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Äußerungen zu möglichen Koalitionen: CSU-Politiker kritisieren Parteichef Seehofer

Äußerungen zu möglichen Koalitionen : CSU-Politiker kritisieren Parteichef Seehofer

München/Augsburg (RPO). Die Kritik an den Äußerungen von CSU-Chef Horst Seehofer zu einer möglichen Koalition nach der nächsten Landtagswahl in Bayern reißt nicht ab.

Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber sagte dem "Münchner Merkur" laut Vorabbericht: "Dass wir uns in Bayern auf Dauer in einer Koalition mit der FDP einrichten, entspricht nicht dem Selbstverständnis der CSU." Die Partei werde 2013 Wahlkampf mit dem Ziel einer eigenen Mehrheit führen.

Seehofer hatte am Montag bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages mit der FDP in Berlin gesagt: "Vielleicht gehöre ich zu den Politikern, die dies 2013 ein drittes und viertes Mal machen dürfen, weil dann wieder Landtagswahlen und Bundestagswahlen sind - mein Ziel ist es jedenfalls."

Der langjährige CSU-Chef Theo Waigel warnte die Partei vor einer Debatte über diese Frage. "Wenn es gelingen sollte, wieder eine absolute Mehrheit zu erreichen, ist das eine tolle Geschichte", sagte Waigel der Zeitung. "Aber eine Diskussion darüber, das kommt beim Wähler nicht gut an."

Der frühere CSU-Generalsekretär Thomas Goppel sagte der "Augsburger Allgemeinen" laut Vorabbericht, er sei nicht bereit, nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl zur Tagesordnung überzugehen.

Seehofers Attacken auf die FDP seien falsch gewesen und hätten die Liberalen erst stark gemacht. "Es ist ganz eindeutig so, dass viele, die eigentlich gar nicht zur Wahl gehen wollten, der aktuellen Kritik wegen doch hingegangen sind und die FDP gewählt haben", sagte Goppel, der vor einem Jahr selbst gern Ministerpräsident geworden wäre.

(DDP/csr)