Parteitag in Nürnberg: CSU kürt Markus Söder fast einstimmig zu Seehofers Nachfolger

Parteitag in Nürnberg: CSU kürt Markus Söder fast einstimmig zu Seehofers Nachfolger

Der bayerische Finanzminister Markus Söder soll Horst Seehofer im kommenden Jahr als Ministerpräsident beerben. Beim CSU-Parteitag in Nürnberg wurde der 50-Jährige fast einstimmig zu Seehofers Nachfolger gekürt.

Die Wahl am Samstag war eine offene Abstimmung, bei der es nur einige wenige Gegenstimmen gab. Per Handzeichen stimmte die überwältigende Mehrheit der 900 Delegierten für Söder. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zählte als Versammlungsleiter vier Gegenstimmen und keine Enthaltungen.

Die offizielle Stabübergabe soll dann im ersten Quartal 2018 sein: Dann will Seehofer sein Amt abgeben, und Söder soll im Landtag zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten gewählt werden. Söder versprach unter großem Applaus: "Ich werde mich mit ganzer Kraft, mit ganzer Leidenschaft für dieses Land und die CSU einsetzen."

Söder, der als einziger Bewerber angetreten war, kündigte eine harte Auseinandersetzung besonders mit der AfD an. Der Wahlkampf werde schärfer geführt werden als bei der Bundestagswahl. "Einen Wahlschlaf wird es nicht geben. Wir machen nächstes Jahr Wahlkampf", rief Söder unter dem Applaus der Delegierten. Zwar sei die CSU eine Partei der Mitte. "Aber die demokratische Rechte gehört genauso dazu. Wir wollen sie einbinden."

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Die CSU stehe für Recht und Ordnung, konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, eine deutsche Leitkultur sowie die Förderung von Wirtschaft, Bildung und Breitbandausbau.

Der wiedergewählte Parteichef Horst Seehofer, der nach wochenlangem Machtkampf seinen Rückzug als Ministerpräsident bis Ende März angekündigt hatte, hatte zu Söders Wahl aufgerufen. (Lesen Sie hier unseren Bericht über Horst Seehofers Wahl zum CSU-Chef.)

Der Parteitag folgte damit auch einer Empfehlung der Landtagsfraktion, die Söder mit ihrer absoluten Mehrheit bereits im ersten Quartal zum Regierungschef wählen will. Die CSU will im Herbst ihre absolute Mehrheit im Landtag verteidigen. Sie konkurriert im konservativen Lager mit den im Parlament vertretenen Freien Wählern sowie mit der FDP und der AfD, bei deren Einzug in den Landtag die Alleinregierung der CSU infrage steht.

(vek)