Streit um deutsche Exportquote: CSU-General nennt Franzosen undankbar

Streit um deutsche Exportquote: CSU-General nennt Franzosen undankbar

Passau (RPO). CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde heftig wegen ihrer Kritik an der deutschen Exportstärke angegriffen. Dobrindt warf der Französin grobe Undankbarkeit vor. Auch eine deutsche Gewerkschaft mischt sich in die Debatte ein.

"Frau Lagarde muss ihre unmöglichen Äußerungen zurücknehmen. Neid darf kein Faktor in der Politik unter europäischen Nachbarn sein", sagte Dobrindt der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch. Lagarde solle besser dafür sorgen, dass die Franzosen den Deutschen in der Wirtschaftskraft nacheifern.

Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde stellt klare Forderungen an Deutschland. Foto: AFP, AFP

"Deutschland hat seine Hausaufgaben eben besser erledigt", sagte Dobrindt und warf Lagarde "grobe Undankbarkeit" vor. Die deutsche Wirtschaft sei der Wachstumsmotor Europas in der Krise, davon profitierten auch die Franzosen. "Die deutsche Wirtschaft jetzt für ihre Exporterfolge zu kritisieren, ist die Haltung des schlechten Verlierers", sagte Dobrindt der Zeitung.

Lagarde hatte kritisiert, der derzeitige deutsche Handelsüberschuss könne für die Nachbarstaaten in der Euro-Zone nicht tragbar sein. Deutschland gehört zu den Staaten mit dem weltweit größten Handelsüberschuss; das heißt, die deutsche Wirtschaft exportiert deutlich mehr Waren als sie importiert. Frankreich verbuchte hingegen im vergangenen Jahr ein Defizit im Außenhandel.

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Die Chemie-Gewerkschaft IG BCE widersprach zudem der Kritik Lagardes, Deutschland habe in den vergangenen Jahren seine Wettbewerbsfähigkeit gesteigert, indem es die Lohnkosten unter Druck gesetzt habe. "Unsere Unternehmen liefern die Produkte und Stoffe, die andere Ökonomien brauchen, um wachsen zu können.

In diesem Hochleistungssegment der deutschen Wirtschaft werden - und das vollkommen zu Recht - hohe Löhne gezahlt", schrieb IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis in einem Beitrag für die "Frankfurter Rundschau" vom Mittwoch.

(AFP/csi)