Wieder Ministerpräsident Vorsicht, Söder!

Meinung | Berlin · Markus Söder ist an seinem nächsten Ziel angekommen. Er ist vom Landtag erneut klar zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Damit kehrt er sozusagen zurück in die Riege der starken Unions-Regierungschefs. Und was kommt jetzt?

 Markus Söder ist erneut zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der CSU-Chef erhielt im Landtag die erforderliche Mehrheit.

Markus Söder ist erneut zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der CSU-Chef erhielt im Landtag die erforderliche Mehrheit.

Foto: dpa/Angelika Warmuth

Mit Markus Söder muss gerechnet werden. Das ist jetzt keine grundsätzlich neue Erkenntnis. Denn wer den CSU-Chef kennt, der weiß, sein Machtinstinkt ist derart ausgeprägt, dass er für jede nützliche Volte zu haben ist. Mit der erneuten, klaren Wahl zum Ministerpräsidenten gilt nun aber umso mehr: Vorsicht, Söder!

Auch, wenn Söder von der „Ehre seines Lebens“ gesprochen hat, bayerischer Ministerpräsident zu sein - die Wiederwahl in dieses Amt verleiht dem Bajuwaren zusätzliches Selbstbewusstsein, das ohnehin schon immer satt vorhanden gewesen ist. Söder reiht sich wieder ein in die starke Riege der Ministerpräsidenten der Union. Gemeint sind der Nordrhein-Westfale Hendrik Wüst, der Schleswig-Holsteiner Daniel Günther und der Hesse Boris Rhein. Die Westschiene steht, und das ausgestattet mit viel Macht. Liefern muss nun noch der Osten bei den Wahlen im kommenden Jahr, was für die Union weitaus komplizierter werden dürfte angesichts einer starken AfD und der erwarteten Gründung einer Wagenknecht-Partei.

Da die Ministerpräsidenten, dort der CDU-Vorsitzende und Fraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz. Er besitzt keine Hausmacht, was auch die Fraktion in dem Sinne nicht ist, und der Sauerländer hat keine Regierungserfahrung. Noch herrscht eine zur Schau gestellte Harmonie beider Seiten. Insbesondere zwischen den Parteivorsitzenden Merz und Söder, auch zwischen Merz und Wüst wurde der politische Friede einigermaßen wieder hergestellt. Gegen den Verbund der Landesfürsten wird es aber keine Entscheidung in der Kanzlerkandidatur geben können. So viel ist jetzt erst recht klar.

Söder könnte dabei auch in eigener Sache ein gehöriges Wörtchen mitreden. Denn wer weiß schon, was den Bayern in 2025 antreibt? Dass er bundespolitisch wieder deutlich ambitionierter ist, zeigt sein kürzlich unterbreitetes Angebot an Kanzler Scholz, mit der Union eine Regierung zu bilden. Abgesprochen gewesen ist das nicht. Vorsicht, Söder.

(has)