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Coronavirus: Schließung von Schulen und Kita laut Angela Merkel Option

Coronavirus in Deutschland : Schließung von Kitas und Schulen laut Merkel eine Option

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Donnerstagabend nach der Ministerpräsidentenkonferenz über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Sie sieht die Deutschen vor einer großen Herausforderung.

Angesichts der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland könnten die Osterferien zumindest in einigen Bundesländern vorgezogen werden. „Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Donnerstagabend in Berlin. Die vorübergehende Schließung von Kitas und Schulen sei eine Option, das Ausbruchsgeschehen einzudämmen, etwa durch Vorziehen der Osterferien, sagte Merkel.

Entschieden werden soll das in den Ländern selbst. Schließungen kommen demnach dort infrage, wo es bereits viele Infizierte gibt. Es könnten damit auch immer mehr Länder werden, sagte Merkel. Wo immer es möglich ist, solle auf Sozialkontakte verzichtet werden.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der sich für Schulschließungen ausgesprochen hatte, sagte, die Lage verschlechtere sich täglich. „Wir brauchen keine Panik, aber entschlossenes Handeln“, sagte er. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte mit Blick auf die Situation in Kitas, an Schulen und Universitäten, es solle reduziert werden, dass Menschen unterwegs sind und sich in engen Räumen begegnen.

Zuvor hatte bereits die in Berlin tagende Kultusministerkonferenz Schulschließungen in den Raum gestellt. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Donnerstagnachmittag: „Ich kann flächendeckende Schulschließungen nicht mehr ausschließen.“ Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärte, man müsse sich darauf einstellen.

Wenn es dazu komme, dass Schulen in ganzen Regionen oder Bundesländern geschlossen werden müssten, müssten zugleich etwa 10 bis 20 Prozent der Schulen als Betreuungseinrichtungen für die Schüler geöffnet werden, sagte Rabe. Ein Viertel aller Berufstätigen habe kleine Kinder. Das wichtigste Ziel der Länder müsse sein, die Betreuung sicherzustellen. Andernfalls würden die Eltern unter Umständen in wichtigen Bereichen als Arbeitskräfte fehlen, etwa im Gesundheitswesen. Es gehe um elf Millionen Kinder unter 14 Jahren, sagte Rabe.

Die Regierungschefs von Bund und Ländern sprachen sich zusätzlich zu der bereits bestehenden Empfehlung, alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen, auch für einen Verzicht auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen mit weniger Menschen aus. Wo immer es möglich sei, solle auf Sozialkontakte verzichtet werden, sagte Merkel: „Das ist eine unbekannte Herausforderung für uns.“ „Alles, was nicht dringend notwendig ist, sollte man verschieben“, sagte Söder.

Der bayerische Regierungschef sprach auch von einer „Bewährungsprobe für das Gesundheitssystem“. Merkel sagte, Bemühungen gebe es derzeit auch zur Erhöhung der Intensiv- und Beatmungskapazitäten. Um die Krankenhäuser für Corona-Patienten freizuhalten, sollen nach dem Willen von Bund und Ländern alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden. Dies solle – soweit medizinisch vertretbar – ab Montag für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschluss von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstagabend.

An dem Treffen der Regierungschefs hatten nach Merkels Angaben auch Experten aus Medizin und Virologie teilgenommen, unter anderem der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler.

(c-st/epd/dpa)