Impfverordnung läuft aus Wer zahlt ab jetzt für die Corona-Impfung?

Düsseldorf · Die Impfverordnung des Bundes läuft aus und mit ihr die Kostenübernahme der Corona-Impfung. Die Krankenkassen übernehmen, streiten sich aber mit den ärztlichen Vereinigungen über die Höhe der Vergütung. Versicherte müssen deshalb vorübergehend in Vorkasse gehen.

Wie viel übernimmt die Krankenkasse für eine Corona-Impfung? Darüber streiten Kassen und Kassenärztliche Vereinigung.

Wie viel übernimmt die Krankenkasse für eine Corona-Impfung? Darüber streiten Kassen und Kassenärztliche Vereinigung.

Foto: dpa/Tpg

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte die Pandemie am Mittwoch für beendet erklärt, nun treten an diesem Freitag auch weitere Lockerungen und Änderungen in Kraft. Neben der Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen endet zum 7. April auch die Kostenübernahme des Bundes bei den Corona-Impfungen. Bisher wurden sowohl die Kosten für den Impfstoff als auch die Vergütung der Ärzte vom Staat übernommen. Nun sollen die Krankenkassen die Bezahlung übernehmen. Weil die sich aber nicht mit der Ärzteschaft über eine Höhe der Kostenübernahme einigen können, müssen impfwillige Bürgerinnen und Bürger die Corona-Impfung vorübergehend selbst bezahlen.

Rund 2,7 Milliarden Euro hat die Bundesregierung insgesamt an Ärztinnen und Ärzte gezahlt, die in den vergangenen Jahren gegen Corona geimpft haben. Durch den finanziellen Anreiz sollten mehr Ärzte in die Impfkampagne einsteigen, die Kostenübernahme durch den Bund allen Bürgern einen Impfschutz ermöglichen. Nun soll die Corona-Impfung nach Vorstellung des Bundesgesundheitsministeriums mit der Regelversorgung abgedeckt werden.

Dass die Verordnung vor Ostern ausläuft und die Kostenübernahme den Krankenkassen übertragen wird, ist seit Monaten bekannt. Dennoch konnten sich die Kassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen bisher in den wenigsten Fällen auf ein Honorar für Corona-Impfungen einigen. So laufen für Nordrhein-Westfalen derzeit beispielsweise noch die Verhandlungen der KV Nordrhein und der Krankenkassen, die nicht wie der Bund zwischen 20 und 36 Euro pro Corona-Impfung zahlen wollen. Mitte April wollen die Parteien weiter verhandeln. Menschen, die sich nun gegen Corona impfen lassen wollen, müssen derweil in Vorkasse gehen und die Impfung nach der Gebührenordnung für Ärzte privat zahlen. Sie können sie aber von ihrer Kasse erstattet bekommen. Für die Kassen bedeutet dies einen erheblichen Mehr- und Verwaltungsaufwand.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird laut dem Vorsitzenden Thomas Mertens die Corona-Impfung in die allgemeine Impfempfehlung aufnehmen. Auch der Gemeinsame Bundesausschuss spricht sich für die Corona-Impfung in seinen neuen Richtlinien aus. Und daran orientieren sich die meisten Krankenkassen. Als Maßstab für die Honorierung hält der AOK-Bundesverband die Vorgabe der Grippeimpfungen für angemessen.

Gesundheitsminister Lauterbach reagierte enttäuscht darauf, dass sich die Selbstverwaltung aus Krankenkassen und Ärzten zunächst nicht auf den künftigen Preis zur Kostenerstattung geeinigt hätten. Eine Impflücke wolle er verhindern, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

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