Fragen und Antworten Wie es mit dem Corona-Krisenmanagement weitergeht

Analyse | Berlin · Die vierte Corona-Welle ist stark ins Rollen geraten: Nie zuvor hat das Robert-Koch-Institut so viele neue Corona-Fälle an einem Tag wie am Freitag gemeldet. Die Politik scheint kalt erwischt. Zum aktuellen Krisenmanagement die wichtigsten Fragen und Antworten.

 Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Was haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag beschlossen? Bund und Länder wollen Drittimpfungen forcieren – und zwar für alle Bürger, deren zweite Impfung bereits sechs Monate zurückliegt. Sie hielten sich damit am Freitag nicht an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission und der Ärzte, zunächst nur den über 70-Jährigen eine so genannte Booster-Impfung zu versprechen. Zudem soll es verstärkte Tests in Pflegeheimen und die Anwendung der 2G-Regel in allen von Corona besonders betroffenen Regionen geben, beschlossen die Gesundheitsminister in Lindau. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte „sehr schwere Wochen“ voraus. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnte davor, dass doch wieder Lockdowns nötig werden könnten. Strenge 3G-Regeln für Veranstaltungen in Innenräumen sollen nach dem Willen von Bund und Ländern zur Eindämmung des Coronavirus beitragen. Mit 3G ist gemeint, dass nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten. Zudem soll 2G – also Zugang nur für Geimpfte und Genesene – als Option für Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen bestehen. Zudem sollen Krankenhäuser neue Ausgleichszahlungen erhalten, die wegen der Behandlung von Corona-Patienten planbare Eingriffe verschieben müssen. Diese Regelung soll rückwirkend zum 1. November gelten.