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Unversöhnliche Äußerungen: Christian Klar: Immer noch der alte RAF-Kämpfer?

Unversöhnliche Äußerungen : Christian Klar: Immer noch der alte RAF-Kämpfer?

Mainz (RPO). Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar hat mit einem Grußwort an die Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin Zweifel geweckt, ob er wirklich von den Zielen der RAF abgerückt ist. In seinem Schreiben hatte sich Klar nach langem Schweigen wieder öffentlich zu Wort gemeldet: Mit der Hoffnung, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung endlich vor ihrer Niederlage stünde.

Klar spricht außerdem vom "Kämpfen" gegen das System. Der RAF-Experte Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung verglich den Text in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel mit früheren Kommandoerklärungen der RAF. Das sei "der Sound, der in den 80er Jahren nach den Mordanschlägen auf Beckurts, von Braunmühl und Herrhausen zu hören war", sagte Kraushaar.

Der RAF-Experte mutmaßt, dass Klar damit "vielleicht seine letzte Chance auf Begnadigung durch den Bundespräsidenten verspielt haben könnte". Klars "Botschaft" stelle nichts anders dar, "als ein Bekenntnis zum antiimperialistischen Kampf".

In dem Grußwort äußere Klar die Hoffnung, dass die Zeit jetzt gekommen sei, "die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen", berichtet die ARD.

In seiner Grußbotschaft nehme Klar das Motto der Konferenz "Das geht anders" auf und fahre wörtlich fort: "Wo sollte sonst die Kraft zu kämpfen herkommen?"

Das Grußwort Klars, das "Report" vorliegt, habe der ehemalige PDS-Abgeordnete und wegen Stasi-Vorwürfen entlassene Rektor der Humboldt-Universität, Heinrich Fink, verlesen.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronik der RAF-Attentate

(afp)