CDU will verpflichtende Sprachtests Kopftuchverbot

Parteitag in Leipzig : CDU will Pflicht-Sprachtests für Kinder – und ein Kopftuchverbot als letztes Mittel

Die CDU ist für ein gesetzliches Kopftuchverbot in Kindergärten und Grundschulen – als letzte Maßnahme. Außerdem sprach sich die Partei für verpflichtende Sprachtests und Deutsch-Förderprogramme im Vorschulalter aus.

Nach dem am Samstag auf dem Bundesparteitag in Leipzig verabschiedeten Antrag sollen Sprachstand-Tests und Sprachförderung die Teilhabe- und Aufstiegschancen verbessern.

Dazu fordert die CDU die Länder auf, verbindliche Qualitätsstandards für alle Bereiche der frühen Bildung einzuführen. Nach der Vorstellung der Christdemokraten soll in den Einrichtungen von Anfang an "verbindliche und fortlaufende, informelle und standardisierte Diagnoseverfahren zum Spracherwerb" stattfinden, "die die Sprachentwicklung der Kinder systematisch erheben und Fördern". Spätestens ab einem Alter von vier Jahren sollen "Sprachstand-Tests mit qualitativ wirksamen Sprachförderangeboten für alle Kinder" hinzukommen.

Bei Bedarf müsse es eine verpflichtende Förderung in Kitas geben. In diesem Zusammenhang gelte es, für jedes Kind einen individuellen Plan zu erstellen, der Förderziele, Dauer und Umfang der konkreten Maßnahmen neben der durchgängigen, integrierten Sprachförderung umfasst.

Die CDU sprach sich auch für eine dauerhafte Beflaggung an Schulgebäuden aus. Demnach sollen "Schulgebäude dauerhaft mit der Bundesflagge, der jeweiligen Landesflagge sowie der Flagge der Europäischen Union beflaggt werden.

Befürwortet wird ein gesetzliches Kopftuchverbot in Kindergarten und Grundschule. Dies solle allerdings nur als "letzte Maßnahme" gelten, heißt es in einem am Samstag auf dem Bundesparteitag in Leipzig verabschiedeten Antrag. Die CDU will "vor allen Dingen auf die Überzeugung der Eltern" setzen.

In dem Antrag wird betont, dass das Kopftuch "nichts mit der Religion zu tun" habe. Das Tragen des Kopftuchs mache aber "aus kleinen Kindern schon erkennbar Außenseiter", etwa auf dem Spielplatz oder auf dem Schulhof. "Dies wollen wir in jedem Fall verhindern", heißt es in dem Text.

Der Antrag betont zugleich die Bedeutung der Religionsfreiheit. "Die CDU steht für ein Land, in dem der Mensch die Freiheit zum Glauben hat. Deswegen treten wir dafür ein, dass unsere religiösen Symbole, wie das Kreuz, im öffentlichen Raum sichtbar sind und sichtbar bleiben."

Der Parteitag begrüßte auch die Initiative der Deutschen Islamkonferenz zur Ausbildung von Imamen in Deutschland. Zugleich setzte er sich dafür ein, dass Moscheegemeinden von der Finanzierung aus dem Ausland unabhängig werden, "da wir nicht möchten, dass Imame aus dem Ausland entsandt und finanziert werden".

Die muslimische Religionsgemeinschaft Ahmadiyya übte Kritik am möglichen Kopftuchverbot. Theologisch sei das Tragen eines Kopftuchs für Kinder vor der Pubertät zwar nicht vorgeschrieben. Aber "nicht das Kopftuch, sondern die Problematisierung eines Kleidungsstückes seitens der Politik," mache die Mädchen und die Muslime insgesamt zu Außenseitern.

(lukra/kna)