1. Politik
  2. Deutschland

CDU: Thomas Strobl wütet über „Egoshooterei“ und „ewige Durchstecherei"

Landesparteitag in Mannheim : Strobl kritisiert „Egoshooterei“ und „ewige Durchstecherei“ in CDU

Thomas Strobl hat das Verhalten seiner Partei vor und nach der Bundestagswahl scharf kritisiert. Er wurde als Chef der CDU in Baden-Württemberg wiedergewählt – jedoch mit deutlichen Stimmenverlusten.

„Wir hatten keine Themen - wenigstens keine, die bei den Menschen angekommen sind“, sagte er zum Bundestagswahlkampf am Samstag beim CDU-Landesparteitag in Mannheim. „Auch nach der Bundestagswahl haben wir es maximal schlecht gemacht.“ Es hätte durchaus eine kleine Chance für ein Jamaika-Bündnis mit FDP und Grüne geben können. Aber als man alles aus den Vorsondierungsgesprächen an Medien durchgestochen habe, habe man sich als ernsthafter Partner für die Bundesregierung selbst verabschiedet.

„Ich kann euch gar nicht sagen, wie ich diese Egoshooterei, diese Selbstdarstellerei, diese ewige Durchstecherei satt habe“, sagte Strobl unter Applaus. Wenn sich das nicht ändere, „wird's halt nix“.

Thomas Strobl wurde mit deutlichen Stimmenverlusten als Vorsitzender der CDU in Baden-Württemberg wiedergewählt. Er erhielt am Samstag 66,5 Prozent der Stimmen. 185 Delegierte votierten mit Ja, 93 mit Nein. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Damit schnitt er deutlich schlechter ab als 2019 (83,3 Prozent), 2017 (82 Prozent), 2015 (97,86 Prozent) und 2013 (87,3 Prozent).

Strobl (61) führt den zweitgrößten CDU-Landesverband seit zehn Jahren. Angesichts der historisch schwachen Ergebnisse bei Landtags- und Bundestagswahl gibt es auch in der Südwest-CDU heftige Kritik an der Führung. Die CDU hatte bei der Landtagswahl im Frühjahr nur noch 24,1 Prozent erzielt und lag ein zweites Mal hinter den Grünen von Winfried Kretschmann. Auch Strobl selbst hatte bei der Wahl ein Mandat für den Landtag verfehlt. Derzeit liegt die Landespartei in Umfragen bei nur noch 17 Prozent. Die CDU wertet zudem - im Gegensatz zu anderen Parteien - Enthaltungen wie ungültige Stimmen. Dadurch fällt die Zustimmung in Prozent höher aus als unter Einbeziehung der Enthaltungen.

Strobl gilt in der Partei als Übergangsvorsitzender, der einen Generationenwechsel organisiert. Als möglicher Nachfolger und Spitzenkandidat gilt der 33-jährige Fraktionschef Manuel Hagel. Im Vorfeld des Parteitags hatte Strobl bereits angekündigt, nicht mehr als Stellvertreter im CDU-Bundesvorstand zu kandidieren.

(mba/dpa)