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Wahl ins CDU-Präsidium: CDU stützt Schäuble und macht Röttgen zur Nummer Zwei

Wahl ins CDU-Präsidium : CDU stützt Schäuble und macht Röttgen zur Nummer Zwei

Karlsruhe (RP). Der zuletzt umstrittene Finanzminister Wolfgang Schäuble hat eine deutliche Rückendeckung des Bundesparteitages erhalten. Die Delegierten wählten ihn mit 799 Stimmen (85,64) Prozent erneut ins Präsidium der CDU. Die höchste Zustimmung erhielt der neue Bundesschatzmeister Helmut Linssen aus NRW mit 97,8 Prozent.

Über ein bemerkenswertes Ergebnis konnte sich auch der neue CDU-NRW-Vorsitzende Norbert Röttgen. Er ist nun die eigentliche "Nummer zwei" der Partei, da er unter den vier Stellvertretern Merkels mit 88,2 Prozent das beste Ergebnis einfuhr. Stimmengleich kamen Volker Bouffier aus Hessen und Ursula von der Leyen mit jeweils 85,12 Prozent auf die nächsten Plätze in der Beliebtheitsskala des Parteitages.

Schlappe für Schavan

Bildungsministerin Annette Schavan musste eine kleine Schlappe hinnehmen. Nur 64,17 Prozent der Delegierten entschieden sich für sie. Vor zwei Jahren waren es noch 73,95 Prozent gewesen.

Generalsekretär Hermann Gröhe hatte von Rednern zuvor schon großes Lob für seine Präsenz auch an der Basis und für seine Bereitschaft zu breiter Diskussion innerhalb der Partei erhalten. Damit war das überzeugende Ergebnis von 90,3 Prozent keine Überraschung mehr. Damit landete er haarscharf hinter seiner Vorsitzenden, für die sich 90,4 Prozent der Delegierten entschieden.

Klöckner an der Spitze

Bei den weiteren sieben Mitgliedern des Präsidiums lag Julia Klöckner einsam an der Spitze. Sie hatte als Herausforderin von SPD-Ministerpräsident Kurt Beck um Rückendeckung für den Slogan "Beck muss weg" geworben — und umgehend erhalten: 94,4 Prozent lautete das Ergebnis für sie. Die weiteren Platzierungen in der Reihe der Beliebtheit: Wolfgang Schäuble (85,6 %), Stanislaw Tillich (78,8 %), Karl-Josef Laumann (76,5 %) Eckart von Klaeden (65,2 %), Annegret Kramp-Karrenbauer (57,4), Philipp Mißfelder (57,3 %).

Alle Präsidiumsmitglieder gehören zugleich auch dem Bundesvorstand an. Die weiteren gewählten Mitglieder des Vorstandes in der Reihenfolge ihres Wahlergebnisses: Tanja Gönner (87,5 %), Christian Baldauf (86,8 %), Franz Josef Jung (83,8 %), Arnold Vaatz (83,6 %), Michael Meister (82,5 %), Armin Laschet (80,5 %), Reiner Haseloff (80,4 %), Ingrid Fischbach (80,1 %), Godelieve Quisthoudt-Rowohl (79,8 %), Elmar Brok (79,5 %), Dagmar Schipanski (77,6 %), Otto Wulff (77,1 %), Emine Demirbüken-Wegner (76,4 %), Maria Michalk (75,6 %), Thomas Strobl (75,2 %), Johann David Wadepuhl (74,9 %), Michael Fuchs (70,8 %), Ingrid Sehrbrock (70,4 %), Mike Mohring (69,8 %), Ursula Heinen (66,9 %), Hendrik Wüst (66,7 %), Regina Görner ( 65,9 %), Lorenz Caffier (65,4 %), Hubert Hüppe (64,4 %), Axel Fischer (63,5 %), Peter Jakoby (63,1 %).

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Somit konnten sich in Karlsruhe alle Kandidaten aus der nordrhein-westfälischen CDU für die Spitzengremien der Partei durchsetzen: Elmar Brok, Ingrid Fischbach, Hermann Gröhe, Ursula Heinen, Armin Laschet, Karl-Josef Laumann, Helmut Linssen, Philipp Missfelder, Norbert Röttgen, Hendrik Wüst, Otto Wulff und Hubert Hüppe.

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(RP)