CDU-Schatzmeister Helmut Linssen hatte Konto auf den Bahamas

CDU-Schatzmeister hatte Konto auf den Bahamas : Helmut Linssen: "Habe keine Steuern hinterzogen"

Helmut Linssen, der Bundesschatzmeister der CDU, hatte jahrelang Geld bei einer Briefkastenfirma in Mittelamerika liegen. Das Verfahren sei eingestellt worden, ohne dass Linssen belangt wurde. Der CDU-Politiker sagt, bei dem Geld habe es sich nicht um Schwarzgeld gehandelt.

Wie das Nachrichtenmagazin "Stern" berichtet, hat Linssen im Jahr 1997 insgesamt 829.322 Mark bei der Bank HSBC Trinkaus&Burkhardt International S.A. in Luxemburg eingezahlt. Die Bank half ihm dabei, das Geld auf einen Trust mit dem Namen "Longdown Properties Corp." zu packen. Der Trust, der auf den Bahamas registriert war, wurde 2001 geschlossen und dann in Panama wieder eröffnet.

Helmut Linssen soll sein Trinkaus-Konto laut dem Bericht zum Ende des Jahres 2004 geschlossen haben. Die Daten des Kontos fanden sich auf der Steuersünder-CD, die NRW 2010 kaufte. Dem WDR bestätigte Linssen, dass sich sein Name auf der CD befunden habe.

Woher das Geld stammte, mit dem Linssen sein Konto aufgefüllt hat, konnten die Finanzbehörden dem Bericht nach nicht klären. Linssen selbst sagte am Dienstag dem WDR, es sei kein Schwarzgeld gewesen. Zinserträge seien in all den Jahren ebenfalls nicht angefallen, da die Kosten der Geldanlage höher gewesen seien als der Ertrag.

"Privates Vermögen meiner verstorbenen Eltern"

Der Nachrichtenagentur dpa sagte Linssen: "Bei dem Geld handelt es sich um privates Vermögen meiner verstorbenen Eltern, das unsere Familie steuerlich korrekt erwirtschaftet hat. Ich bedaure den öffentlich zwischenzeitlich entstandenen Eindruck." Er habe keine Steuern hinterzogen. Das hätten auch die Finanzverwaltung und die Staatsanwaltschaft bestätig.

Auf Anfrage des "Stern" zu der Briefkastenfirma soll Linssen zunächst gesagt haben, er wisse nicht, wovon die Journalisten redeten. Auf das Konto auf den Bahamas angesprochen erwiderte er "Oh Gott. Oh Gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja."

Wie das Magazin weiter berichtet, lief auch ein Strafverfahren gegen Linssen, das 2012 aber eingestellt wurde. Aufgrund der Verjährungsfrist musste der Schatzmeister nur die Zinserträge für die Jahre 2001 bis 2005 nachweisen. In diesem Zeitraum habe er mit seinem Geld auf den Bahamas jedoch keinen Gewinn gemacht. "Ich bin aus dem Verfahren makellos rausgekommen", sagte Helmut Linssen dem "Stern". Auch dem WDR sagte er, er habe alle Fragen beantwortet, und weil es keine Zinserträge gegeben habe, sei das Verfahren ohne Nachzahlung eingestellt worden. Damit sei die Sache erledigt gewesen, sagt Linssen.

Von 2005 bis 2010 war Helmut Linssen Finanzminister von NRW, seit Ende 2010 ist er der Bundesschatzmeister der CDU.

(jre)