CDU-Geschäftsführer Klaus Schüler wechselt zu Lanxess

CDU-Geschäftsführer Klaus Schüler : Merkels Lieblings-Rheinländer verlässt Parteizentrale und wechselt zu Lanxess

Der langjährige CDU-Bundesgeschäftsführer wechselt am 1. Juli in die Wirtschaft. Klaus Schüler wird Bevollmächtigter des Kölner Chemieunternehmens Lanxess.

Sein Meisterwerk war die Bundestagswahl 2017. Schon im Frühjahr 2016 hatte sich CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler mit der damaligen CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel und wenigen Getreuen zu einer vertraulichen Strategiesitzung vor den Toren Berlins verabredet. Ziel: die Wiederwahl Angela Merkels 2017. Gegen die Zweifel der Vorsitzenden präsentierte der CDU-Manager aus Köln eine nur auf Merkel abgestimmte Kampagne - trotz der anhaltenden Kritik an der Kanzlerin wegen ihrer Flüchtlingspolitik. Die CDU erreichte trotzdem 2017 die Mehrheit. Merkel blieb Regierungschefin.

Klaus Schüler ist eine Institution in der CDU. Seit fast 30 Jahren arbeitet er im Adenauer-Haus, seit 2007 ist er als Geschäftsführer direkt für die Vorsitzende Angela Merkel tätig. Er war ihr wichtigster Mann in der Parteizentrale. Loyal, verlässlich, schweigsam. Merkels Lieblings-Rheinländer.

Doch zum 1. Juli verlässt Schüler das Konrad-Adenauer-Haus und geht in die Wirtschaft. Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wollte offenbar den Funktionär nicht halten, der zahlreiche erfolgreiche Wahlen für die Partei organisiert hatte, aber eben auch als loyaler Zuarbeiter Angela Merkels galt. Schon im Februar 2005 hatte die damalige Vorsitzende Angela Merkel Schüler als Kampagnenmanager nach Schleswig-Holstein geschickt, um das dortige Chaos vor den Landtagswahlen und die schlechten Umfragewerte zu drehen. Die Nord-CDU schaffte die Wende und erreichte mit ihrem Spitzenkandidat Peter Harry Carstensen 40,2 Prozent. Unerwarteter Rückenwind für Merkel, die wenige Monate später Bundeskanzlerin wurde. Fortan blieb Schüler eng an der Seite der Kanzlerin. Immer dann, wenn es besonders wichtig wurde, schickte die Parteichefin den Rheinländer in die Landesverbände. So half Schüler, der im rechtsrheinischen Köln-Mülheim aufgewachsen ist, auch im Frühjahr 2017 in der NRW-CDU aus und stand dem damaligen Generalsekretär Bodo Löttgen und dem NRW-CDU-Chef Armin Laschet für die CDU-Kampagne zur Landtagswahl zur Seite.

Nach dem Rückzug von Merkel als Vorsitzende organisierte Schüler im Dezember vorigen Jahres den Kandidaten-Wettbewerb in der CDU. Innerhalb weniger Wochen stampfte die Bundeszentrale acht Regionalkonferenzen mit fast 20.000 Gästen aus dem Boden und brachte den Parteitag mit 1000 Delegierten in Hamburg über die Bühne. Für Schüler war damit offenbar der letzte Dienst an der CDU getan, schon kurz vor dem Bundesparteitag hatte er in kleiner Runde offen gelassen, ob er sich ein weiteres Engagement unter einem neuen Vorsitzenden oder einer neuen Vorsitzenden vorstellen könne.

Schüler wird nun Bevollmächtiger des Kölner Chemiekonzerns Lanxes. Seine Organisationsgeschick, seine Planungskompetenz und seine über viele Jahrzehnte in der CDU erworbenen Kontakte dürften dem Unternehmen sicher nicht schaden. Kramp-Karrenbauer verliert mit Schüler einen erfahrenen Organisator. Ein nicht unbedeutender personeller Fingerzeig, dass die Merkel-Ära in der CDU endet und die Kramp-Karrenbauer-Zeit begonnen hat.

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