Bundesweites Implantateregister soll Sicherheit der Patienten erhöhen

Kabinett beschließt Gesetzentwurf : Bundesweites Implantateregister soll Sicherheit der Patienten erhöhen

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn zur Errichtung eines Implantateregisters beschlossen. Zuletzt hatten fehlerhafte Brustimplantate eines französischen Herstellers für einen Skandal gesorgt.

"Dadurch wissen wir künftig, wer welches Implantat bekommen hat", erklärte Spahn in Berlin. "Wenn wir Probleme mit einem Produkt feststellen, können wir dann schnell abfragen, ob es ähnliche Fälle gibt und im Zweifelsfall Patienten warnen."

Ziel des Registers ist es, die Sicherheit und Qualität von Implantationen für gesetzlich und privat Versicherte zu verbessern. Durch die wissenschaftliche Bewertung der erfassten Daten, wie zum Beispiel die Lebensdauer von Implantaten im Körper, können Rückschlüsse auf die Qualität der Medizinprodukte und die Qualität der implantierenden Einrichtungen gezogen werden.

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) soll als Registerstelle die zentrale Datensammlung übernehmen. Die Anschubfinanzierung erfolgt durch den Bund, der laufende Betrieb wird durch Entgelte finanziert. Das Robert Koch-Institut soll eine unabhängige Vertrauensstelle ein, die alle personenbezogenen Daten mit einem Pseudonym versieht.

Implantate im menschlichen Körper können immer wieder zu Problemen führen. Vor einigen Jahren hatte es einen Skandal mit fehlerhaften Brustimplantaten eines französischen Herstellers gegeben, von dem in Deutschland tausende Frauen betroffen waren.

(lukra/AFP)
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