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Armeereform in Deutschland: Bundeswehr findet offenbar kaum Freiwillige

Armeereform in Deutschland : Bundeswehr findet offenbar kaum Freiwillige

Hamburg (RPO). Der Bundeswehr drohen nach der Aussetzung der Wehrpflicht einem Medienbericht zufolge erhebliche Personallücken. Wie aus Statistiken des Verteidigungsministeriums hervorgehe, bleibe die Zahl der Freiwilligen bislang sowohl kurz- als auch mittelfristig drastisch hinter dem Bedarf der Streitkräfte zurück. Unterdessen stockt die Bundeswehr ihren Etat für die Eigenwerbung drastisch auf.

Der "Financial Times Deutschland" zufolge steht der angeschlagene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei seinem wichtigsten politischen Projekt vor einem schweren Rückschlag. Für den Einberufungstermin April entspreche die bisherige Zahl der Freiwilligen nur zehn Prozent des Solls, heißt es in den Unterlagen des Ministeriums von Anfang Februar, wie das Blatt schreibt. So standen dem für April gemeldeten Personalbedarf von 3077 freiwillig länger Dienenden nach altem Muster 306 Interessenten gegenüber. Gemindert wird die Lücke nur durch Wehrpflichtige, die trotz der Aussetzung der Wehrpflicht auf Antrag einen sechsmonatigen Dienst leisten wollen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums räumte auf Anfrage der Zeitung ein, mit dem bisherigen Interesse "noch nicht zufrieden" zu sein, wandte sich aber gegen voreilige Schlüsse. Ziel sei es, künftig 12.000 Freiwillige pro Jahr zu rekrutieren. Der Sprecher verwies auf eine ab März geplante Werbekampagne und ein Programm zur Attraktivitätssteigerung des Dienstes in der Bundeswehr.

Bundeswehr stockt Etat für Eigenwerbung auf

Die Bundeswehr stockt nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" ihren Etat für Eigenwerbung auf. Allein für Anzeigen in Print- und anderen Medien plane das Verteidigungsministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) für dieses Jahr Ausgaben in Höhe von knapp 5,7 Millionen Euro, berichtete die "FR" unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei. Ein großer Teil davon fließt demnach direkt an Medien des Springer-Verlags wie "Bild" und "Bild am Sonntag".

Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, sprach von einem "ganz miesen Deal". "Das Guttenberg-Ministerium belohnt die Verteidigung des Plagiatsministers durch den Springer-Konzern offenbar mit Hunderttausenden Steuer-Euro", sagte sie der "FR". Die SPD hatte bereits vor einigen Tagen von "Kumpanei" zwischen Guttenberg und dem Springer-Konzern gesprochen. Der Verlag wies einen möglichen Zusammenhang zur Berichterstattung aber als "absurd und lächerlich" zurück.

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Das Verteidigungsministerium hatte vergangene Woche erklärt, dass Anzeigen für die Bundeswehr-Werbekampagne 2011 zunächst nur in "Bild", "BamS" und bild.de geschaltet würden. Die Springer-Medien sind laut "FR" die einzigen, mit denen die Verantwortlichen bislang Verträge abgeschlossen haben. Das Ministerium hatte dem Bericht zufolge in der vergangenen Woche noch von einem Gesamtetat von 4,8 Millionen Euro für die diesjährige Kampagne gesprochen. Nun habe das Ministerium diesen Betrag als eine "Teilmenge" bezeichnet, berichtet die Zeitung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Minister Guttenberg sichtlich angeschlagen

(apd/felt)