1. Politik
  2. Deutschland
  3. Bundestagswahl

Die möglichen Koalitionen und ihre Chancen nach der Wahl: Wer will mit wem nach dem 22. September?

Die möglichen Koalitionen und ihre Chancen nach der Wahl : Wer will mit wem nach dem 22. September?

Nach der Bundestagswahl am 22. September könnte die Regierungsbildung schwierig werden. Denn nach vielen Umfragen wird es im Bundestag weder für Schwarz-Gelb und erst recht nicht für Rot-Grün eine Mehrheit geben. Das könnte Auslöser für einen schwierigen Koalitionspoker sein. Wir zeigen die möglichen Koalition und welche Chancen diese nach der Bundestagswahl haben.

Schwarz-Gelb:

Allen Umfragen zufolge wird die CDU/CSU zwar wieder als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. Doch weil die FDP nach ihrem Rekordergebnis mit 14,6 Prozent im Jahr 2009 nunmehr mit Verlusten rechnen muss, ist ungewiss, ob sie wieder in den Bundestag einzieht. Und auch wenn es die Liberalen schaffen, ist es keineswegs ausgemachte Sache, dass es für eine Neuauflage der Wunschehe von Union und FDP reicht.

Rot-Grün:

Das Wunschbündnis von SPD und Grünen könnte auf die Erfahrungen aus der vormaligen Koalition von 1998 bis 2005 bauen. Beide Parteien verfügen über einen breiten Konsens in vielen politischen Fragen.
Doch alle Umfragen besagen, dass es für Rot-Grün nicht reichen wird.

Große Koalition:

Wenn es weder für Rot-Grün noch für Schwarz-Gelb reicht, wird der Union als voraussichtlich stärkste Kraft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Spitze eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung zufallen. Naheliegend wäre dann die Bildung einer großen Koalition, wie es sie unter Merkel von 2005 bis 2009 gegeben hatte. Mit Schwarz-Rot ist die Kanzlerin gut gefahren, eine Neuauflage dürfte ihr nicht ungelegen kommen. Schwarz-Rot könnte nach allen Umfragen auf breite Zustimmung der Bevölkerung bauen und würde den faktisch bestehenden Grundkonsens in Fragen der Euro-Krise untermauern.

Bei der SPD dürfte sich die Begeisterung hingegen in Grenzen halten. Sie fuhr nach vier Jahren große Koalition mit 23,0 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik ein. Nach einer erneut verlorenen Wahl in diesem Jahr dürfte es bei den Sozialdemokraten daher Diskussionen darüber geben, ob sich die Partei wieder in die ungeliebte Zweckehe begeben soll. Eine Beteiligung an Schwarz-Rot hat der SPD-Kanzlerkandidat Peter Steinbrück für sich persönlich ausgeschlossen. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass sich die SPD einer Neuauflage verweigert.

Schwarz-Grün:

Über ein solches Bündnis reden beide Parteien nicht gern, zumal es noch immer starke kulturelle Unterschiede gibt. Es dürfte Widerstand an der Basis beider Parteien geben, und die Erfahrungen mit dieser Zweierkonstellation sind nicht allzu gut. Das bislang einzige schwarz-grüne Bündnis existierte auf Länderebene, und zwar in Hamburg. Es scheiterte nach nur zwei Jahren. Auf Bundesebene ist mit dem 2011 beschlossenen Atomausstieg der größte inhaltliche Stolperstein für Schwarz-Grünen aus dem Weg geräumt worden. Nachteil wäre allerdings, dass Schwarz-Grün über keine einzige Stimme im Bundesrat verfügen würde.

Dreierbündnisse:

Rechnerisch wären zwar auch Dreierbündnisse möglich, bei denen SPD und Grüne entweder mit der FDP oder den Linken zusammengehen. Doch politisch sind diese Konstellationen sehr unwahrscheinlich. Eine rot-grün-gelbe Ampel will keine der drei Parteien, die FDP wird sie sogar formell ausschließen.

Für Rot-Rot-Grün wirbt lediglich die Linkspartei. SPD und Grüne lehnen eine solche Konstellation insbesondere wegen der Positionen der Linken in der Außenpolitik ab. Die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung ist für SPD und Grüne ebenfalls kein Thema — auch wenn die Linken leidenschaftlich darüber diskutieren, ob sie das formell ausschließen sollen oder nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2013: Diese Parteien treten zur Bundestagswahl an

(AFP)