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Wahlkampf-Auftakt: Vergleich der Köpfe: Union — SPD

Wahlkampf-Auftakt : Vergleich der Köpfe: Union — SPD

Berlin (RP). Mit einem 18-köpfigen Wahlkampfteam startet SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier die Aufholjagd gegen Kanzlerin Angela Merkel und die Union. Einige mussten erst überzeugt werden, andere kritisieren SPD-Positionen offen. Ein Blick auf die spannendsten Duelle.

Es ist wieder ein Neustart, wieder ein Aufbruch. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will mit der Präsentation seines Kompetenzteams endlich die lästigen Diskussionen um Dienstwagen und die desaströsen Umfragewerte für seine Partei vergessen machen.

Positive Schlagzeilen sollen in den kommenden 59 Tagen bis zur Bundestagswahl die Mitglieder seines 18-köpfigen Kompetenzteams bringen. Eine bunte Mischung aus erfahrenen Ministern wie Finanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsressort-Chef Olaf Scholz und unbedarften Polit-Neulingen hat der SPD-Spitzenmann zusammengestellt. Alleine zehn Frauen besetzen ein Themenspektrum von Migration, Behinderte, Forschung bis zum Sport. Für den nötigen Glamour-Faktor soll die 36-jährige, eloquente Familienministerin aus Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, sorgen.

Als Quereinsteigerin mit Erfahrung aus der Kommunalpolitik soll sie die Politik der populären CDU-Ministerin Ursula von der Leyen auf Praxistauglichkeit abklopfen. Inhaltliche Akzente erhofft sich Steinmeier auch von SPD-Vize Andrea Nahles, die als Bildungs- und Integrationsbeauftragte wichtige Ressorts führen darf. Der ehrgeizige Fraktionsgeschäftsführer und frühere Richter Thomas Oppermann soll Innenminister Wolfgang Schäuble in die Schranken weisen.

Für Diskussionen dürfte indes der Mann für den Mittelstand sorgen. Der 37-jährige Berliner Unternehmer Harald Christ soll Peer Steinbrück im Kampf gegen den Volksliebling, CSU-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, unterstützen. Ein Steinmeier-Berater jubelte den 37-jährigen, bekennend schwulen Millionär bereits zum "roten Guttenberg" hoch. Harald Christ hat als Finanzinvestor ein Vermögen gemacht und arbeitete für die Deutsche Bank und die WestLB.

Das Problem: In früheren Interviews zeigt sich Christ wenig sozialdemokratisch. Steuersenkungen verteidigt er ebenso wie er den Mindestlohn kritisiert. Der SPD hat er einst in einem Buch eine "Opfer- und Oppositionsmentalität" vorgeworfen. Jetzt soll er dafür sorgen, dass die Sozialdemokraten wieder an die Regierung kommt. Man darf gespannt sein.

Den Blick auf die spannendsten Duelle gibt es in unserer Fotostrecke.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Vergleich der Köpfe: Union - SPD

(RP)