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Stimmzettel Bundestagswahl 2021: Warum hat man zwei Stimmen? Kandidaten, Erststimme, Zweitstimme

Wahlen 2021 : So funktioniert der Stimmzettel zur Bundestagswahl

Was steht auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl? Wie war das noch mit der Erst- und Zweitstimme? Und brauche ich eine Wahlbenachrichtigung? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt. In jedem der 299 Wahlkreise in Deutschland treten unterschiedliche Direktkandidaten an. Für jeden Wahlkreis werden daher eigene Stimmzettel gedruckt. Wir klären die wichtigsten Fragen zum Wahlzettel.  

Brauche ich eine Wahlbenachrichtigung?

Alle Deutschen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind, erhalten einige Wochen vor dem 26. September eine Wahlbenachrichtigung. Diese enthält etwa Wahltermin, Uhrzeiten und das zuständige Wahllokal. Hat man bis zum 21. Tag vor der Wahl keine solche Benachrichtigung erhalten, solle man sich bei seiner Gemeinde melden, so der Bundeswahlleiter.

Wer zum Beispiel per Briefwahl abstimmen möchte, braucht einen Wahlschein und den Stimmzettel, auf dem später die Kreuze zu machen sind. Ein Antrag dafür liegt der Wahlbenachrichtigung bei. Man kann ihn aber auch per E-Mail stellen. Außerdem ist es möglich, die Unterlagen persönlich bei der Gemeinde abzuholen.

Für diejenigen, die im ihnen zugeordneten Wahllokal die Stimmen abgeben wollen, reicht es allerdings, mit Personalausweis oder Reisepass zu erscheinen. Die Wahlbenachrichtigung muss nicht zwingend mitgenommen werden.

Was steht wo auf dem Wahlzettel?

Weil jeder Stimmzettel die Wahlvorschläge des jeweiligen Wahlkreises und des jeweiligen Landes nennt, haben Stimmzettel keinen bundesweit identischen Inhalt, sondern unterscheiden sich von Land zu Land und von Wahlkreis zu Wahlkreis. Überall gibt es aber zwei Spalten - Links eine Liste für die Erststimme, rechts eine Liste für die Zweitstimme.

Wieso hat man zwei Stimmen?

Mit der Erststimme wählt man einen Kandidaten direkt, der im entsprechenden Wahlkreis, also der Heimatregion, antritt. Meistens gehört er zu einer Partei, die ihren Kandidaten vorher festgelegt hat. Wer als Einzelperson antreten möchte, muss mindestens 200 Unterschriften von Wahlberechtigten des Wahlkreises sammeln, in dem sie kandidieren will.

 Bei der Zweitstimme wiederum stehen Parteien zur Auswahl. Der bundesweite Anteil an diesen Stimmen entscheidet darüber, wie stark eine Partei später im Parlament vertreten ist. Meiste Zweitstimmen bedeutet also größte Partei-Gruppe im Bundestag. In die Sitze, die einer Partei nach den Zweitstimmen zustehen, werden die Direktmandate aus den Erststimmen eingerechnet.

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Wählt man die Kanzlerin oder den Kanzler direkt?

Nein. Man stimmt für Abgeordnete, die wiederum später im Bundestag die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler wählen. CDU/CSU, SPD und Grüne haben diesmal jeweils eine Person als Kanzlerkandidaten oder Kanzlerkandidatin benannt, die sie später im Parlament zur Wahl des Regierungschefs oder der Regierungschefin aufstellen wollen - falls sie allein oder in einer Koalition eine Mehrheit im Bundestag haben. Die übrigen Parteien verzichten darauf. Sie gehen davon aus, dass sie nicht genug Stimmen erhalten, um an der Spitze der künftigen Regierung zu stehen.

Warum haben die Stimmzettel Löcher oder abgeschnittene Ecken?

Das Loch im Stimmzettel - oder die abgeschnittene Ecke - sorgt dafür, dass blinde und sehbehinderte Menschen selbstständig wählen können. „Zur Verwendung von Stimmzettelschablonen wird die rechte obere Ecke des Stimmzettels gelocht oder abgeschnitten“, heißt es in der Bundeswahlordnung. Damit niemand nachvollziehen kann, wer wie abgestimmt hat, sind alle Stimmzettel so beschaffen. Durch die Markierung könne das Blatt richtig herum in eine Schablone gelegt werden, „mit deren Hilfe Blinde eigenständig den Wahlzettel ausfüllen können“, erklärt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband.

Muss ich außer meinem Kreuz auf dem Stimmzettel noch etwas machen?

Nein. Eine Stimme ist ungültig, wenn der Stimmzettel „einen Zusatz oder Vorbehalt enthält“, so das Bundeswahlgesetz. Eine Unterschrift wäre etwa ein solcher Zusatz. Auf den Stimmzettel gehören bei der Bundestagswahl nur die beiden Kreuze für Erst- und Zweitstimme.

Wer per Briefwahl abstimmt, muss die Versicherung an Eides Statt auf einem anderen Zettel, dem Wahlschein, unterschreiben. Dadurch versichert man, den beigefügten Stimmzettel persönlich - oder als Hilfsperson gemäß dem erklärten Willen des Wählers - gekennzeichnet zu haben. Alles zur Brifewahl lesen Sie hier.

(top/dpa)