Minutenprotokoll: So dramatisch verlief der Wahlabend

Minutenprotokoll : So dramatisch verlief der Wahlabend

Kanzlerin Angela Merkel und die CDU erreichen der jüngsten Hochrechnung zufolge ein Ergebnis von 41,7 Prozent. Die SPD von Herausforderer Peer Steinbrück liegt mit 25,6 Prozent deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Die FDP erreicht 4,7%.

0:46 Uhr: Mit nur drei Stimmen Vorsprung hat die CDU das Direktmandat im Wahlkreis Essen III gewonnen. Der CDU-Kandidat Matthias Hauer erhielt bei der Bundestagswahl 59.043 Stimmen, auf die SPD-Kandidatin Petra Hinz entfielen nach Angaben der Landeswahlleiterin 59.040 Stimmen. Beide Kandidaten kamen damit auf 39,5 Prozent der Stimmen. Hinz hatte den Wahlkreis vor vier Jahren mit knapp 4000 Stimmen Vorsprung gewonnen.

0:15 Uhr: Hochrechnung der ARD (0:15 Uhr): Union: 41,7%, SPD: 25,6%, FDP: 4,7%, Linke 8,5%, Grüne: 8,4%, AfD: 4,7%, Piraten: 2,2%. Andere: 4,2%

23:54 Uhr: Nach 253 von 299 ausgezählten Wahlkreisen liegt die FDP jetzt bei 4,8 %, die AfD bei 4,6%.

23:29 Uhr: Hochrechnung der ARD: CDU/CSU: 41,8%, SPD: 25,6%, FDP: 4,7%, Linke: 8,5%, AfD: 4,8 %

23:17 Uhr: Nach der Auszählung von 228 der 299 Wahlkreise liegt die FDP wieder bei 4,9 Prozent. Es wird also doch noch einmal spannend.

23:16 Uhr: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat erneut das Direktmandat in seinen Wahlkreis Bochum verpasst. Der CDU-Politiker konnte allerdings seinen Stimmenanteil von 31,0 auf 35,7 Prozent steigern. Das Mandat ging an Axel Schäfer (SPD), der auf 44,2 Prozent der Erststimmen kam. Über die nordrhein-westfälische Landesliste der CDU hat Lammert ein Bundestagsmandat sicher.

23:07 Uhr: Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat in seinem Wahlkreis in Münster ein Direktmandat klar verpasst. Bahr erhielt nach Angaben der Stadt 5,7 Prozent der Erststimmen. Das waren 4 Prozentpunkte weniger als 2009. Den Wahlkreis gewonnen hat die CDU-Kandidatin Sybille Benning.

22:51 Uhr: Neben dem miserablen bundesweiten Abschneiden seiner Partei hat FDP-Chef Philipp Rösler am Sonntag auch eine persönliche Wahlschlappe erlitten. Der Bundeswirtschaftsminister brachte es in seinem Wahlkreis Hannover-Land I auf gerade einmal 2,6 Prozent der Erststimmen.

22.29 Uhr: Als Nummer eins auf der nordrhein-westfälischen Landesliste der SPD hat Steinbrück ein Bundestagsmandat aber sicher.

22.28 Uhr: Steinbrück hat kein Direktmandat für den Bundestag gewonnen. Im Wahlkreis Mettmann unterlag er wie vor vier Jahren der CDU-Kandidatin Michaela Noll. Steinbrück erhielt am Sonntag nach Angaben der Stadt Mettmann 33,3 Prozent der Erststimmen, für Noll stimmten 50,6 Prozent der Wähler.

22.20 Uhr: Impressionen vom Wahlabend in Mönchengladbach sehen Sie übrigens hier.

22.15 Uhr: Die CDU hofft noch auf die absolute Mehrheit. So wenig Stimmen aber haben bei einer Bundestagswahl noch nie zu einer absoluten Mehrheit gereicht: Wegen der gescheiterten Parteien reichen diesmal knapp mehr als 42 Prozent für die Mehrheit der Sitze im Parlament.

22.10 Uhr: SPD-Chef Gabriel hat seinen Bundestagswahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel klar verteidigt. Gabriel erhielt 46,6 Prozent der Erststimmen. Er verwies damit seinen CDU-Konkurrenten Uwe Lagosky mit 37,0 Prozent klar auf den zweiten Platz.

22.07 Uhr: Die Piraten stehen der derzeitigen Hochrechnung zufolge bei desaströsen 2,2 Prozent.

22.05 Uhr: Wir müssen uns auch den Piraten zuwenden. Welches Ergebnis haben die einstigen Polit-Stars und Newcomer erreicht?

22.02 Uhr: Das Direktmandat sicherte sich Matthias Heider (CDU) mit 51,7 Prozent der Erststimmen. Vor vier Jahren waren die Düsseldorfer Wahlkreise als erste ausgezählt.

22.01 Uhr: Randnotiz vom Rand des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen: Diesmal zählten die Wahlhelfer im Sauerland am schnellsten. Der Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I lieferten am Sonntagabend als erster das Bundestagswahlergebnis in Nordrhein-Westfalen.

21.59 Uhr: Wenn man sich die Wahlpartys der Parteien verfolgt hat, fällt vor allem eines auf: Sowohl SPD, Grüne als auch die Linken haben sich besonders über den Absturz der FDP gefreut.

21.55 Uhr: Die europäischen Sozialdemokraten sprachen sich für eine große Koalition in Deutschland aus. "Ich ermutige die SPD, das Mandat der Wähler anzunehmen und in einer großen Koalition Verantwortung zu zeigen", erklärte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Hannes Swoboda.

21.52 Uhr: "Ich bin sicher, dass die Bundesrepublik Deutschland und ihre neue Regierung weiterhin engagiert zum Aufbau eines friedlichen und wirtschaftlich erfolgreichen Europas beitragen werden, das allen Bürgern dient", erklärte Van Rompuy. Der Belgier leitet die Gipfeltreffen der 28-EU-Staats- und Regierungschefs.

21.50 Uhr: Angesichts des klaren Wahlsiegs der CDU/CSU bei der Bundestagswahl haben die Brüsseler EU-Spitzen Merkel gratuliert. Das teilten die Büros von EU-Ratspräsident Van Rompuy und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso in Brüssel mit.

21.47 Uhr: Bei der ersten Bundestagswahl nach der Wiedervereinigung 1990 scheiterten die West-Grünen, weil sie zum alles beherrschenden Thema deutsche Einheit keine Position bezogen. Mit 4,8 Prozent (minus 3,5 Prozentpunkte) kamen sie nicht über die Sperrklausel. Die ostdeutschen Grünen konnten nur dank einer Sonderregelung ins Parlament einziehen

21.46 Uhr: 1998 waren es 0,6 Punkte. Damals kam die Partei nur noch auf 6,7 Prozent. Irritationen über unpopuläre Programmvorschläge waren der Grund für diesen Rückgang.

21.45 Uhr: Bei der Bundestagswahl haben die Grünen zum vierten Mal auf Bundesebene Stimmen eingebüßt. Schon 2005 verloren sie geringfügig 0,4 Prozentpunkte und rutschten von 8,6 auf 8,1 Prozent ab.

21.38 Uhr: Ohne FDP und AfD sind im Bundestag so wenig Parteien vertreten wie seit 26 Jahren nicht mehr. Mit CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken werden dem Parlament nur noch Abgeordnete aus fünf Fraktionen angehören - zuletzt war das 1987 der Fall.

21.34 Uhr: Nicht mehr im neuen Kabinett dabei sein wird die derzeitige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Sie werde aus familiären Gründen zur Verfügung stehen. Das gab sie via Twitter bekannt.

21.28 Uhr: Für Merkel dürfte der Sieg indes der Höhepunkt sein in ihren 13 Jahren an der CDU-Spitze. Am 10. April 2000 war sie erstmals zur Parteichefin gewählt worden.

21.22 Uhr: Bei der FDP herrscht schiere Fassungslosigkeit. Was bislang intern als "Worst-Case"-Szenario galt, ist eingetreten: Die Liberalen werden nicht mehr im Bundestag vertreten sein. Die Blicke dürften sich daher auf NRW-Landeschef Christian Lindner als Hoffnungsträger richten.

21.20 Uhr: Die Euro-kritische AfD ist wohl nicht im Bundestag vertreten.

21.19 Uhr: Die Grünen land bei rund acht Prozent, ebenso die Linken. Sie streiten sich um den Posten der drittstärksten Kraft im Parlament.

21.18 Uhr: Die größte Überraschung: Die FDP ist raus aus dem Bundestag. Hochrechnungen taxieren die Liberalen bei 4,6 Prozent.

21.17 Uhr: Die SPD legt zwar leicht zu, landet aber bei nur 25,5 Prozent. Die Genossen sind enttäuscht.

21.16 Uhr: Die Union hat einen fulminanten Sieg gelandet. Hochrechnungen sehen sie derzeit bei knapp 42 Prozent.

21.15 Uhr: Die ersten Hochrechnugen sind durchgelaufen. Zeit für einen kurzen Zwischenstand der Ereignisse.

21.08 Uhr: Wenn Koalitionsverhandlungen nötig sind, werden sie erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen. Bei der Bundestagswahl 2009 dauerte es eine Woche bis zu deren Beginn. Allerdings war damals mit der Mehrheit für Union und FDP die politische Lage klar.

21.06 Uhr: Nach dem knappen Rennen am Wahlabend kommen am Montag die Spitzengremien der Parteien zusammen, um über das Wahlergebnis und die Folgen zu beraten.

21.05 Uhr: Wenn das amtliche Endergebnis feststeht, kommt die Frage auf, wie es weitergeht.

21.02 Uhr: CDU: 41,8 %, SPD 25,5 %, FDP 4,7 %, Grüne 8,4 %, Linke 8,5 %, AfD 4,8

21.01 Uhr: Nun haben wir auch die sechste Hochrechnung parat.

21 Uhr: Damit endet die Berliner Runde.

20.59 Uhr: "Ich werde sehr verantwortungsbewusst mit den Wählerstimmen umgehen", antwortet sie.

20.59 Uhr: Merkel wird gefragt, ob sie auch die vollen vier Jahre Bundeskanzlerin bleiben werde?

20.58 Uhr: "Wir werden alles sehr ruhig analysieren. Auch in welche politische Richtung wir uns verändern müssen."

20.58 Uhr: Ähnliche Frage an Trittin: Wie geht es mit ihm weiter?

20.57 Uhr: "Wir sollten hier über Inhalte reden. Mit welchem Personal sie dann in vier Jahren antritt, werden wir sehen."

20.56 Uhr: Wie sieht es mit den Nachrückern aus? Hannelore Kraft oder Olaf Scholz?

20.55 Uhr: "Ich bleibe an Deck. Und ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen."

20.54 Uhr: Wie geht es mit Steinbrück weiter?

20.54 Uhr: "Es geht hier um einen verantwortungsvollen Umgang. Wir werden morgen um andere Fragen unterhalten. Wir werden kein Vabanque-Spiel eingehen."

20.53 Uhr: Merkel wird befragt, ob sie auch eine Regierung führen werde, die keine eigene Mehrheit im Parlament habe.

20.52 Uhr: "Wir werden eine Lösung finden", ergänzt auch auch Hasselfeldt. Eintracht zwischen CDU und CSU.

20.51 Uhr: "Wir werden eine Lösung finden", sagt Merkel. Das haben wir ja schon mehrfach gehört im Wahlkampf.

20.50 Uhr: Merkel oder Seehofer - einer von beiden müsse in der Maut-Debatte mit einem Gesichtsverlust rechnen.

20.49 Uhr: Im europäischen Ausland müssten deutsche Autofahrer eben auch zahlen.Warum nicht in Deutschland?

20.48 Uhr: Gerda Hasselfeldt, Landesgruppen-Vorsitzende der CSU, wird auf die Maut angesprochen. "Die Pkw-Maut ist ein wichtiges Anliegen."

20.46 Uhr: Da handele es sich um Dinge, die 25 Jahre zurück lägen. Die Grünen selbst hätten die Forschungen in Auftrag gegeben, um alles lückenlos aufzuklären. "Deswegen bin ich das ziemlich entspannt."

20.45 Uhr: Trittin wird auf die Pädophilie-Debatte angesprochen.

20.44 Uhr: Riexinger sieht durchaus Bewegungen anderer Parteien auf die Linie der Linken.

20.43 Uhr: Linken-Chef Riexinger regt sich auf, dass er ständig "ausgelassen wird".

20.43 Uhr: Merkel verteidigt ihre Politik. Was die Kritik am möglichen, dritten Hilfspaket für Griechenland angeht, sagt sie, das habe ihr Finanzminister Schäuble in Haushaltsauschüssen des Bundestags und des Europaparlaments schon vor einem Jahr gesagt.

20.40 Uhr: Trotz aller Schwächen leben "wir doch in einem guten Land", erklärt Merkel und richtet den Blick auf das Erreichte. Insbesondere im Hinblick auf die Eurokrise.

20.39 Uhr: Merkel zeigt sich versöhnlich. Lobt auch die Arbeit der Opposition in der fast abgelaufenen Legislaturperiode.

20.36 Uhr: Übrigens: Eine Partei fehlt übrigens in der "Elefantenrunde" von ARD und ZDF: Die FDP und ihren Spitzenkandidaten Rainer Brüderle haben die Verantwortlichen der Sender kurzerhand ausgeladen. Der Grund: Sie liege in den Hochrechnungen unter fünf Prozent, hieß es. Eine weitere Demütigung für die Noch-Regierungspartei.

20.35 Uhr: "Wir sind belohnt worden", sagt er.

20.34 Uhr: Welchen Ursachen gibt es für dieses Wahlergebnis, wird Steinbrück gefragt. Ist die Partei zerstritten?

20.32 Uhr: "Wir wollen kein Nothelfer sein", sagt Trittin auf die Frage, er sich eine schwarz-grüne Koaliton aus Union und seinen Grünen vorstellen könne.

20.31 Uhr: Sein Gesicht zeigt kaum Regungen.

20.31 Uhr: Von dem Feuer und der Bissigkeit, das ihn bei den unzähligen Wahlkampfauftritten auszeichnete, ist heute Abend nichts mehr zu spüren.

20.30 Uhr: Steinbrück wirkt matt, müde und abgekämpft, wenn er spricht.

20.29 Uhr: Die Frage, ob die SPD für eine Große Koaliton zur Verfügung stünde, wiegelt Steinbrück ab. "Meine Partei nicht."

20.28 Uhr: Nun werde man in den Reihen der Union und der CDU alles genau analysieren.

20.27 Uhr: Wieder Merkel: "Mit einer absoluten Mehrheit habe ich mich vot der Wahl nicht beschäftigt."

20.25 Uhr: Linken-Vorsitzende Bernd Riexinge freut sich über das Abschneiden seiner Partei. Es gehe nach oben. Auch wenn die Linken verloren haben. Paradox.

20.24 Uhr: "Ich werde Ihnen morgen Auskunft geben", wiegt Merkel ab.

20.23 Uhr: Merkel wird gefragt, ob sie auch mit nur einer Stimme Mehrheit Deutschland führen werde.

20.22 Uhr: Ob die Grünen auf die falschen Themen wie Steuererhöhungen gesetzt hätten, wird Trittin gefragt. "Nein", kontert er.

20.22 Uhr: Grünen-Spitzenkandidat gratuliert Merkel artig zum Sieg.

20.20 Uhr: "Natürlich haben wir uns ein besseres Ergebnis erhofft."

20.19 Uhr: Er wirkt deprimiert und leicht genervt angesichts des zweitschlechtesten Ergebnisses der Sozialdemokraten bei einer Bundestagswahl.

20.18 Uhr: Nun kommt Peer Steinbrück zu Wort.

20.17 Uhr: Wie schon nach den ersten Prognosen um 18 Uhr zeigt sie sich auch jetzt hocherfreut.

20.15 Uhr: Aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Die "Berliner Runde" in der ARD hat die Wahlsiegerin Angela Merkel zu Gast.

20.14 Uhr: Die erste große Koalition regierte von 1966 bis 1969 unter der Leitung von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU). Vizekanzler und Außenminister wurde der SPD-Vorsitzende Willy Brandt.

20.13 Uhr: Es wäre dann das dritte Mal, dass in Deutschland auf Bundesebene eine solche Koalition gebildet wird.

20.12 Uhr: Falls die Union die absolute Mehrheit verpassen sollte, deutet vieles auf eine Neuauflage der Großen Koalition von 2005 hin.

20.10 Uhr: Nach den neuesten Hochrechnungen scheint die Union übrigens keine absolute Mehrheit zu haben.