So antwortet Merkel auf den Brief von Martin Schulz

Satire : So antwortet Merkel auf den Brief von Martin Schulz

SPD-Kandidat Martin Schulz hat Angela Merkel einen Brief geschrieben: Darin fordert er sie zu einem zweiten TV-Duell auf. Wir dokumentieren exklusiv die fiktive Antwort der Bundeskanzlerin.

Lieber Martin,

mit einer Mischung aus Amüsement und mütterlicher Sorge habe ich Deinen Brief gelesen, in dem Du mich zu einem zweiten TV-Duell aufforderst.

Mit mütterlicher Sorge deshalb, weil ich nicht möchte, dass du Deinen zukünftigen Posten als Außenminister gefährdest. Du weißt selbst, dass Du im Fernsehen wie ein chancenloser SPD-Kanzlerkandidat rüberkommst. In den Pausen, die Du im vergangenen Duell zwischen den einzelnen Sätzen gelassen hast, hätte man einen Werbespot ausstrahlen können. Du hast irgendwelche arabischen oder persischen Gelehrten zitiert, die der Zuschauer für islamistische Terroristen halten musste. Deine größte Leistung ist es, mein Charisma noch zu unterbieten. Du willst Dich doch nicht durch einen Ausrutscher um das Amt bringen, das Du ohnehin schon seit Bekanntgabe Deiner Kandidatur anstrebst. Von Würselen nach Wasiristan, das ist doch eine schöne Karriere für Dich. Berlin ist eine Nummer zu groß.

Mit Amüsement deshalb, weil du doch nicht wirklich glaubst, dass die Leute zu dir überlaufen, sobald wir über soziale Gerechtigkeit diskutieren. Du traust dich ja nicht mal, eine Vermögenssteuer zu fordern. Wenn das so weitergeht, überholen wir Euch links. Und die Menschen, die wirklich sozial benachteiligt sind, die gehen doch ohnehin nicht mehr wählen und das soll auch schön so bleiben. Meine Freunde sitzen in Wolfsburg, nicht in Bitterfeld. Man sollte auch niemandem Hoffnung machen, um ihn dann bloß wieder zu enttäuschen. Mich interessieren meine Wähler, nicht meine Bürger.

Und glaubst Du, es würde dir etwas bringen, wenn wir, sagen wir mal, über den Klimawandel diskutieren? Du weißt genauso gut wie ich, dass es kein Politiker überlebt, wenn er Diesel und Benziner von der Straße holt. Die notwendigen Schritte sind viel zu radikal. Für unser politisches Überleben müssen wir schon mal das Überleben der Menschheit opfern.

Sieh es doch ein: Nach vier Jahren Ehe mit meiner Partei ist uns Deine Partei einfach zu ähnlich geworden. So wie sich Herrchen und Hündchen häufig ähneln.

Meine Antwort ist also: Nö.

Viele Grüße

Frau Merkel

P.S.: Nein, Du darfst mich nicht duzen.

(seda)
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