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Nach Bundestagswahl: Parteien in NRW gewinnen neue Mitglieder

Nach Bundestagswahl : Parteien in NRW gewinnen neue Mitglieder

Seit der Bundestagswahl werden in NRW ungewöhnlich viele Menschen Mitglied einer Partei. Die etablierten Parteien deuten den Zuwachs auch als Reaktion auf den Aufschwung der AfD.

Nach Wahlen ist das politische Interesse der Bürger generell hoch. Dass dieser Effekt diesmal besonders stark ausfällt, führen viele Parteivertreter auf das starke Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl zurück:

  • Für die SPD war der September nach eigenen Angaben sogar der drittbeste Eintrittsmonat der vergangenen 20 Jahre. 940 neue Mitglieder haben sich bei der SPD in NRW seit dem Wahlsonntag alleine über das Internet angemeldet. Austritte gebe es kaum. "Vermutlich merken die Menschen in Zeiten von Trump und der AfD, dass das Wählen alleine nicht unbedingt reicht. Sie wollen sich aktiv an der Politik beteiligen", sagte SPD-Sprecher, Marcel Atoui.
  • Der Landesverband der Grünen meldete den höchsten Mitgliederstand seit 2014. Seit dem 24. September sind bei den Grünen mehr als 180 Menschen beigetreten. Im Landesverband sind momentan gut 12.800 Mitglieder. "Das Ergebnis der Bundestagswahl hat viele schockiert, weil die AfD im Wahlkampf offen völkische und teils rechtsradikale Positionen vertreten hat. Positionen, denen wir Grünen fundamental entgegenstehen", teilten die Grünen mit. "Der Eintritt bei den Grünen ist deshalb auch ein starkes und wirkungsvolles Zeichen gegen Rechts."
  • Bei der CDU geht der Trend ebenfalls nach oben. Das sei aber nach großen Wahlen normal, sagte CDU-Pressesprecherin Isabelle Fischer. Die Neumitglieder werden jedoch in Sitzungen per Beschluss aufgenommen, die aktuellen Mitgliederzahlen für den Wahlmonat könne die Partei daher noch nicht nennen.
  • Die FDP spricht von einem "stetigen Zuwachs an Neumitgliedern". Mittlerweile hat die Partei in NRW mehr als 16.000 Mitglieder, 2000 mehr als Anfang des Jahres. Allein seit der Bundestagswahl seien rund 250 Menschen dazugestoßen. FDP-Pressereferent Matthias Voigtländer sagte: "Große Wahlen dienen oft als Weckruf für ein eigenes parteipolitisches Engagement.
  • So sieht es auch die Linkspartei bei ihren Neumitgliedern. Die Linkspartei meldet in NRW einen Mitgliederanstieg von 284 in den ersten fünf Tagen nach der Wahl. Zum Vergleich: in den 23 Septembertagen zuvor waren es lediglich 142.
  • Die AfD nennt noch keine konkreten Zahlen zur Entwicklung ihrer Mitglieder in NRW. Viele Anträge gingen bei Kreisverbänden oder bei der Bundesgeschäftsstelle ein, so dass keine belastbaren Zahlen über Zu- und Abgänge genannt werden könnten, teilte die Partei mit.

(vek)