1. Politik
  2. Deutschland
  3. Bundestagswahl

Martin Schulz will so viele TV-Duelle 2017, "wie Frau Merkel sich traut"

Bundestagswahl : Schulz will so viele TV-Duelle, "wie Frau Merkel sich traut"

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hofft auf mehrere Fernsehduelle mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor der Bundestagswahl im September. "Ich stehe zur Verfügung - ich mach so viele, wie Frau Merkel sich traut", sagte Schulz der "Bild". Im Wahlkampf 2013 hatte es nach Wunsch des Bundeskanzleramts nur ein TV-Duell zwischen Kanzlerin Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) gegeben.

Der Rummel um seine Person irritiere ihn aber durchaus, sagte Schulz: "Manchmal frage ich mich schon: Kann das alles wirklich sein? Aber dann freue ich mich. Ich will schließlich Kanzler werden."

Unterdessen sieht sich Schulz wegen Personalentscheidungen aus seiner Zeit in Brüssel mit neuer Kritik konfrontiert. Zu der Zeit, in der Schulz als Parlamentspräsident die Sonderzahlungen und Beförderungen für Mitarbeiter habe veranlassen wollen, sei er bereits mehr als drei Jahre im Amt gewesen, sagte die Vorsitzende des Haushaltskontrollausschusses im Europaparlament, Inge Gräßle (CDU). Schulz habe wissen müssen, "dass er dafür nicht alleine zuständig ist und dass es gültige Verfahren gibt". Was unter Schulz im EU-Parlament passiert sei, könne man nur als Vetternwirtschaft bezeichnen. "Von jemandem, der den Anspruch hat, Kanzler zu werden, hätte ich schon erwartet, dass er zumindest die Beförderung von Mitarbeitern richtig hinbekommt", kommentierte Gräßle.

Nach Angaben der Parlamentsverwaltung hatte Schulz in seiner Amtszeit als Präsident des Parlaments zugelassen, dass ein Mitarbeiter Beförderungsbeschlüsse formulierte. Schulz hatte die als Präsidentenbeschluss verfassten Entscheidungen unterschrieben. Sie waren erst von der Parlamentsverwaltung gestoppt worden. Das Parlament hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass Schulz nach eigenen Angaben überzeugt war, dass die Beschlüsse im Einklang mit geltenden Regeln stehen.

Der Gruppenchef der SPD-Abgeordneten im Europaparlament, Jens Geier, nahm seinen Parteifreund in Schutz: "Martin Schulz hat um eine Beförderung gebeten, die nicht umsetzbar war. Wenn das alles ist, was von den Vorwürfen übrig bleibt, dann halte ich das für völlig vernachlässigbar."

(dpa)