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Late Night Berlin: Annalena Baerbock stellt sich Fragen der Kinderreporter

„Late Night Berlin“ : So hat sich Annalena Baerbock im Kinder-Interview geschlagen

Dritte Runde im bunten Tipi bei „Late Night Berlin“: Dieses Mal stellt sich Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock den Fragen der beiden Kinderreporter Romeo und Pauline. Nach dem eher missglückten Auftritt von Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war jetzt die große Frage: Macht es Baerbock besser?

Zimperlich gehen die Kinderreporter Romeo und Pauline von „Late Night Berlin“ mit Klaas Heufer-Umlauf auf ProSieben mit Annalena Baerbock ebenso wenig um wie mit ihren Kontrahenten Armin Laschet und Olaf Scholz. Baerbock muss sich von den beiden Fragen zu ihrem Buch und den Plagiatsvorwürfen, zu ihrem Lebenslauf und zu Ungerechtigkeiten zwischen Arm und Reich gefallen lassen. Die Kanzlerkandidatin wirkt aber gelassen und beantwortet jede Frage gewissenhaft und kindgerecht. Vor allem begibt sie sich auf Augenhöhe zu den beiden Fragestellern - was zumindest Armin Laschet nicht gelungen war.

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Warum sie Kanzlerin werden wolle, will Pauline zu Beginn wissen? Baerbock muss nicht lange überlegen: Sie will besseren Klimaschutz für die Zukunft der Kinder von heute, sie will „Schulen zu den schönsten Orten in unserem Land machen“ und sie will Kinderarmut bekämpfen. Drei Punkte aus dem Wahlprogramm der Grünen, die die Zuschauer aus den drei Triellen bereits kennen. Baerbock münzt sie nun aber genau auf die Belange der Kinder. Dadurch zeigt sie, dass sie die beiden ernst nimmt und ihre Perspektive einnehmen kann.

Als Romeo der Kanzlerkandidatin sein Taschengeld von 75 Euro schenken möchte, scheint Baerbock den Wink mit dem Zaunpfahl nicht gleich zu verstehen. Die beiden Kinder wollen natürlich über das „Energiegeld“ sprechen, das die Grünen allen Menschen jährlich auszahlen wollen, um den steigenden CO2-Preis etwas abzufedern. Baerbock schaltet aber nicht sofort, Romeo muss noch einmal nachhaken. „Brauchen das Geld denn reiche Menschen wie du?“, will er wissen und: „Ist es eine gute Idee, Millionären noch mehr Geld zu geben?“ Baerbock antwortet da ehrlich mit Nein, schlägt dann aber die Brücke zur höheren Vermögenssteuer und skizziert außerdem, wie sie Menschen mit weniger Einkommen den Kauf eines E-Autos ermöglichen möchte.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als die beiden Kinder kritische Fragen zu ihrem Buch, den Plagiatsvorwürfen oder zu ihrem Lebenslauf stellen. Mittlerweile hat Baerbock derlei Fragen schon zu Genüge gehört und weiß sie zu parieren – in diesem Fall auch wieder kindgerecht.

  • Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel in
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  • Bei „Late Night Berlin“ mit Klaas
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Ihrem Wahlkampf gibt Annalena Baerbock übrigens zu Beginn eine 3- und mittlerweile eine 2+. Pauline ist überrascht: „So gut?“ Und sie fragt, ob Baerbock schuld daran sei, dass die Grünen gerade verlieren.  Auch davon lässt sich die Kanzlerkandidatin nicht beirren und sagt, dass sie sich einfach noch mehr anstrengen müsse.

Für Baerbock scheint das Interview mit den beiden Kinderreportern jedenfalls nicht unangenehm zu sein. Sie ist stets aufmerksam, hört zu, fragt noch einmal nach und nimmt sich die Zeit, auch komplexere Themen in leichter Sprache zu erklären.

Nur eine Sache verwundert: Baerbock weiß anscheinend nicht, was Romeo damit meint, als er fragt, ob sie „Brennnessel“ machen würde, wenn sie jemand ärgert. Baerbock lacht und sagt: „Ich hab‘ meistens keine Brennnessel dabei.“ Romeo meint aber sicher die „Brennnessel“, die man macht, indem man die eigenen Hände am Unterarm des Gegenübers verdreht. Das brennt nämlich ganz schön.

Am Ende möchte sich Baerbock von den beiden noch das hübsche Zelt zeigen lassen. Romeo und Pauline haben aber keine Lust. Sie hätten noch Termine. Damit geht das dritte und letzte Kinder-Interview mit den Kanzlerkandidaten und der Kanzlerkandidatin ohne großen Aufreger zu Ende.