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K-Frage: Armin Laschet führt weitere Gespräche in Berlin zum Machtkampf in der Union

Unions-Machtkampf hat kein Ende : Söder hält nach Gespräch mit Laschet weiter an Kanzlerkandidatur fest

Nachdem sich der CDU-Chef und der CSU-Vorsitzende am Sonntagabend in Berlin ergebnislos beraten haben, gehen die Gespräche nun weiter. Eine Entscheidung wird jedoch nicht mehr am Montag erwartet.

Im ungelösten Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union hat der CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Montag seine Beratungen mit führenden Vertretern seiner Partei fortgesetzt. Zusammen mit seinem Generalsekretär Paul Ziemiak führte er am Vormittag ein Gespräch mit dem stellvertretenden CDU-Vorsitzenden und hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Dieser habe versucht zwischen Laschet und seinem Kontrahenten Markus Söder zu vermitteln, hieß es aus CDU-Kreisen. Nach deren Angaben will Laschet in der Frage der Kanzlerkandidatur hart bleiben.

Das Treffen fand in der hessischen Landesvertretung in Berlin statt. Laschet verließ diese anschließend wortlos. Bouffier sagte den wartenden Journalisten lediglich: „Gehen Sie mal davon aus, dass wir beraten, sehr intensiv. Und mehr kann ich Ihnen im Moment wirklich nicht sagen.“ Kurz nach Laschet verließ auch Ziemiak das Gebäude. Auf die Frage eines Reporters, wie es nun weiter gehe, sagte dieser nur: „Es geht immer gut weiter.“

Die CSU-Spitze will am Montag kurzfristig über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen sprechen. Um 13.00 Uhr werde es Beratungen des CSU-Präsidiums geben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen. Um 14.00 Uhr wollen CSU-Chef Markus Söder und Generalsekretär Markus Blume eine Pressekonferenz geben. Den Angaben zufolge ist an diesem Montag nicht mit einer Entscheidung Söders zu rechnen.

In der Nacht zum Montag hatten sich Laschet und Söder rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags beraten, konnten sich aber am Ende nicht auf eine Entscheidung einigen. Söder flog nach dpa-Informationen am Montagmorgen nach Bayern zurück.

Seit mehr als einer Woche streiten sich Söder und Laschet über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis zum Sonntag eine Lösung präsentieren wollen.

Unterdessen regt sich Widerstand gegen Markus Söder bei Chefhaushälter Eckhardt Rehberg. „Ich erwarte, dass Markus Söder heute zurückzieht. Die CDU Deutschlands hat einen klaren Anspruch auf die Kanzlerkandidatur", sagte Rehberg unserer Redaktion. „Die Entscheidung muss jetzt binnen weniger Stunden geklärt werden, weil der Schaden für die Union insgesamt sonst immer größer wird", sagte der CDU-Politiker. „Meine größte Sorge ist, dass wir morgen in der Fraktion in eine Abstimmung hinein getrieben werden, die uns nicht zusteht. Die Fraktion kann rechtlich gar keine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur treffen. Man sollte so etwas auch nicht aus einer momentanen Stimmungslage heraus entscheiden. Ich habe mich klar für Armin Laschet ausgesprochen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Fraktion.

Auch der Chef des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) in der Unionsfraktion, Christian von Stetten (CDU), hat Forderungen aus seiner Partei nach einem Rückzug von Markus Söder im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur zurückgewiesen. „Es gibt keinen Grund für Markus Söder zurückzuziehen“, sagte von Stetten unserer Redaktion. „Die CDU-Kreisverbände von der Nordsee über den Osten bis zum Bodensee wollen ihn als Kanzlerkandidaten“, sagte der Vorsitzende des PKM, in dem rund die Hälfte der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten organisiert sind. Von Stetten hatte Unterschriften von CDU-Abgeordneten gesammelt, die für Söder als Kanzlerkandidat sind. Auf seiner Liste stehen derzeit mehr als 70 Parlamentarier. Von Stetten will am Dienstag eine Abstimmung in der Fraktion erzwingen, sollten die beiden Parteichefs Armin Laschet (CDU) und Söder (CSU) nicht zuvor bilateral einigen können.

(mar/desa//afp/dpa)