Mehr Geld für die Pflege: Große Koalition gibt Signale für höhere Sozialbeiträge

Mehr Geld für die Pflege : Große Koalition gibt Signale für höhere Sozialbeiträge

Trotz prall gefüllter Sozialkassen werden die Sozialbeiträge unter einer großen Koalition voraussichtlich steigen. Schon im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen zeichnet sich ab, dass der Beitragssatz zur Pflegeversicherung angehoben wird.

"Für die solide Finanzierung einer vernünftigen Pflegereform müsste der Beitragssatz nach unseren Berechnungen um 0,5 Beitragssatzpunkte steigen", erläuterte die SPD-Sozialexpertin Elke Ferner.

Notwendig seien insbesondere bessere Leistungen für die Pflegebedürftigen durch einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, eine bessere Unterstützung der Angehörigen sowie bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für die Pflegekräfte und eine bessere Pflegeinfrastruktur. Auch in der Union ist es Konsens, dass die Pflegeversicherung teurer wird. Der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs sagte: "Beim Pflegebeitrag kann es aufgrund der steigenden Zahl von Demenzfällen zu einer Erhöhung kommen. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass der Pflegebeitrag um etwa einen halben Prozentpunkt steigt." Bei einem Verdienst von 3000 Euro brutto im Monat entspräche ein um 0,5 Punkte erhöhter Beitrag einer Mehrbelastung allein der Arbeitnehmer von 7,50 Euro im Monat.

Aufgrund der Pläne für eine höhere Mütterrente und die Einführung einer Geringverdiener-Rente wird auch die Rentenversicherung zusätzlich belastet. Nach Berechnungen des Arbeitgeberverbandes belastet allein die geplante Mütterrente die Versicherung in Höhe von etwa 0,6 Beitragssatzpunkten.

(mar/qua)
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