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Bundestagswahl : Armin Laschet will Regierung unter Führung der Union bilden

Bundestagswahl 2021 : Laschet will Regierung unter Führung der Union bilden

Trotz des schwachen Abschneidens bei der Bundestagswahl will Unionskanzlerkandidat Armin Laschet versuchen, eine unionsgeführte Regierung zu bilden. Es brauche jetzt eine "Zukunftskoalition", sagte der NRW-Ministerpräsident.

„Eine Stimme für die Union ist eine Stimme gegen eine linksgeführte Bundesregierung. Und deshalb werden wir alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden“, sagte Laschet am Sonntagabend in Berlin. Es brauche jetzt eine "Zukunftskoalition", sagte der CDU-Vorsitzende offenbar mit Blick auf ein mögliches Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP. Bundeskanzler werde derjenige, "dem es gelingt, Gegensätze zu verbinden". In einer solchen Koalition müsse sich jeder Partner wiederfinden mit seinen Schwerpunkten.

Zugleich sagte Laschet: „Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein.“ Der Ausgang sei jedoch völlig unklar. „Es wird ein langer Abend.“ Es bedürfe jetzt einer "großen Kraftanstrengung aller Demokratinnen und Demokraten", sagte Laschet mit Blick auf die anstehende Koalitionssuche. Es werde in den kommenden Tagen "viele intensive Sachgespräche" zwischen den Parteien geben müssen.

CSU-Chef Markus Söder unterstützt Laschet bei dem Versuch, eine Jamaika-Koalition zu bilden. "Meiner Meinung nach ist das eher eine Zusage für ein bürgerliches Bündnis", sagt er. Die SPD habe schon mehrere Tage zu früh gejubelt. Söder spricht von einer "Absage an eine rein linke Regierung".

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat eine „irre Aufholjagd“ der CDU nach einem „schwierigen Wahlkampf“ gelobt. „Für mich ist der entscheidende Punkt, dass wir vor drei Wochen alle schon abgeschrieben waren in der CDU“, sagte Kramp-Karrenbauer in Saarbrücken. „Ob es am Ende für Platz eins reicht oder bei Platz zwei bleibt, muss noch der lange Abend zeigen.“

Es stehe eine komplizierte Regierungsbildung bevor. Derzeit lägen „zwei relativ klare Alternativen auf dem Tisch“, sagte sie. „Wird es vielleicht eine rote Ampel oder wird es eine moderne bürgerliche Koalition der Mitte?“ Das werde vom Endergebnis der Wahl abhängen. „Und am Ende ist es nach unserer Verfassung eben auch so: Kanzler wird derjenige, der eine entsprechende Regierungs- und Parlamentsmehrheit hat.“

Armin Laschet hat einer Umfrage zufolge dem Ergebnis der CDU/CSU bei der Bundestagswahl mehrheitlich geschadet. 56 Prozent der Befragten urteilten, dass er dem Abschneiden der Union nicht zuträglich war, wie aus einer vom ZDF veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht.

(felt/dpa)