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Bundestagswahl 2021: So lief das dritte Triell

Drittes „TV-Triell“ : SPD und Grüne stellen sich gemeinsam gegen Union

Bei ihrem letzten TV-Dreikampf vor der Bundestagswahl haben die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen erneut heftig über die richtigen Strategien beim Klimaschutz diskutiert. SPD und Grüne stellten sich im Triell deutlich gegen die Union.

 In dem dritten TV-Triell sagten SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock am Sonntagabend, dass es Zeit sei, die Union in die Opposition zu schicken. Es sei nun offensichtlich, dass die Bundestagswahl eine Richtungswahl werde, sagte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet daraufhin. Er warf beiden Parteien vor, eine Koalition mit den Linken bewusst nicht auszuschließen. Die FDP betonte auf einem Sonderparteitag eine eigenständige Rolle und schloss weder eine Koalition mit SPD noch eine mit der Union aus. Laut einer Forsa-Blitzumfrage sahen 42 Prozent der Befragten Scholz als Sieger, 27 Prozent Laschet und 25 Prozent Baerbock.

Im dritten TV-Triell von ProSieben und Sat1 unterstrichen Scholz, Laschet und Baerbock die unterschiedlichen Positionen bei Klima-, Steuer-, Sozial- und Sicherheitspolitik. Baerbock warf SPD und Union vor, sie hätten in den vergangenen Jahren eine entschiedene Klimaschutzpolitik verhindert. In der Sozialpolitik griffen dagegen Baerbock und Scholz gemeinsam mit ihrer Forderung nach einem Mindestlohn von zwölf Euro CDU-Chef Laschet an. Eine rot-grüne Allianz gab es in dem Triell auch in einer hitzigen Debatte über die Steuerpolitik. Unions-Kanzlerkandidat Laschet warf beiden Parteien vor, dass sie Steuererhöhungen wollten, die die Wirtschaft abwürgen würden. Scholz argumentierte dagegen, dass man zur Finanzierung kleinerer Einkommen höhere Steuern bei sehr hohen Einkommen erheben müsse.

Im Streit um den Mindestlohn von zwölf Euro kritisierte Laschet, dass er auch für höhere Löhne für Geringverdiener sei, aber der von SPD und Grünen gewollte politisch festgesetzte Mindestlohn die Tarifautonomie aushebele und die Gewerkschaften schwäche. "Mir geht es um Würde der Bürger. Das ist vielleicht das, was uns unterscheidet", sagte dagegen SPD-Kandidat Scholz zum CDU-Chef.

Im Streit um mögliche Versäumnisse bei der Finanzaufsicht griff Baerbock aber auch Scholz an. Sie betonte, dass Finanzminister Scholz bei der Befragung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages am Montag "volle Transparenz" zeigen müsse.

(csi/dpa/RTR)