Bundestagswahl 2017: Fragen und Antworten zu Selfie, Stimmabgabe und Co.

Leitfaden zur Bundestagswahl : Das entscheiden Sie mit Ihren beiden Stimmen

Einfach erklärt: Wen wähle ich mit Erst- und Zweitstimme

Jeder Wähler darf bei der Bundestagswahl zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machen – aber welche Stimme ist wichtiger? Und wer wird überhaupt mit der Zweitstimme gewählt? Ein Leitfaden für die Ausübung des Stimmrechts.

Jeder Wähler darf bei der Bundestagswahl zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machen — aber welche Stimme ist wichtiger? Und wer wird überhaupt mit der Zweitstimme gewählt? Ein Leitfaden für die Ausübung des Stimmrechts.

  • Wann und wo kann ich meine Stimme abgeben?

Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet — sie schließen um 18 Uhr. Für jeden Stimmberechtigten ist die Adresse auf den Wahlbenachrichtigungen vermerkt, die in den Wochen vor der Bundestagswahl verschickt wurden. Viele Gemeinden bieten aber auch am Wahltag ein Auskunftstelefon an oder stellen eine Liste aller Wahllokale auf ihre Internetseite.

  1. Welche Dokumente muss ich ins Wahllokal mitnehmen?

Wichtig sind die Wahlbenachrichtigung sowie der Personalausweis oder Reisepass. Anhand dieser Dokumente wird geprüft, ob jemand zur Stimmabgabe berechtigt ist. Das Gesetz verlangt zwar nicht ausdrücklich, sich im Wahlraum auszuweisen, der Wahlvorstand kann dies aber verlangen. Wer die Wahlbenachrichtigung vergessen hat, muss den Perso oder Pass vorlegen. Dann prüft der Wahlvorstand, ob der Name im Wählerverzeichnis steht.

  1. Wie läuft die Stimmabgabe ab?

Der Stimmzettel wird in der Wahlkabine ausgefüllt. Damit soll gewährleistet werden, dass die Wahlentscheidung jedes Bürgers geheim bleibt. Jeder Wähler hat zwei Stimmen — die eine für den Direktkandidaten im Wahlkreis und die andere für eine Partei. Der Anteil an den sogenannten Zweitstimmen ist ausschlaggebend dafür, wie stark eine Partei am Ende im Bundestag vertreten ist.

Beim Verlassen der Wahlkabine muss der Stimmzettel so gefaltet sein, dass die Wahlentscheidung nicht erkennbar ist. Anschließend wird der Zettel in die Wahlurne eingeworfen, der Schriftführer im Wahllokal vermerkt die Stimmabgabe im Wählerverzeichnis.

  1. Muss ich alleine in die Wahlkabine?

Grundsätzlich ja, denn sonst würde das Wahlgeheimnis nicht gewahrt. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel für Behinderte, die ohne fremde Hilfe den Stimmzettel nicht ausfüllen oder falten können. Ebenfalls keine Bedenken bestehen gegen die Mitnahme von kleinen Kindern.

  1. Darf ich beim Wählen ein Selfie machen?

Handykameras halten heute fast jeden privaten Moment fest — nach dem Willen des Gesetzgebers soll die Wahlkabine davon aber ausgenommen sein. Die in diesem Jahr geänderte Bundeswahlordnung sagt in Paragraf 56 ganz klar: "In der Wahlkabine darf nicht fotografiert oder gefilmt werden." Bei Verstößen droht der Ausschluss von der Wahl.

  1. Jeder Wähler darf bei der Bundestagswahl zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machen — aber welche Stimme ist wichtiger?

Im Allgemeinen heißt es: die Zweitstimme, die auf der rechten Seite des Wahlzettels vergeben wird. Sie allein entscheidet darüber, mit wie vielen Köpfen eine Partei später im Bundestag vertreten ist. Auf jeden Fall muss sie aber bundesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen, sonst klappt es nicht mit dem Einzug.

  1. Und wofür ist dann die Erststimme gut?

Auf der linken Seite des Stimmzettels kann man direkt den Vertreter seines eigenen Wahlkreises bestimmen. Bundesweit stellen sich dafür 2559 Kandidaten zur Wahl — im Schnitt pro Wahlkreis neun Menschen. Das können Vertreter von Parteien oder Wählergruppen sein, aber auch Einzelbewerber. Einfaches Prinzip: Wer die meisten Kreuze erhält, geht nach Berlin. So gelangen 299 Volksvertreter ins Parlament.

  1. Was ist, wenn ich am Wahlsonntag verhindert bin?

Bürger können ihre Stimme auch per Briefwahl abgeben — in Ausnahmefällen wie einer nachgewiesenen plötzlichen Erkrankung sogar noch am Wahlsonntag bis 15 Uhr. Allerdings müssen alle Stimmzettel am heutigen Sonntag bis spätestens 18 Uhr eingegangen sein — Briefwahl auf den letzten Drücker bedeutet daher, dass der Wahlbrief persönlich überbracht werden muss.

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(wer)
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