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ARD-Wahlarena in Mönchengladbach: Bei der ersten Frage war Steinbrück baff

ARD-Wahlarena in Mönchengladbach : Bei der ersten Frage war Steinbrück baff

Da war Peer Steinbrück baff. Schon mit der ersten Frage hatte ihn der Zuschauer in der ARD-Wahlarena aus der Fassung gebracht. Was er gegen Falschfahrer tun würde, fragte der Mann den SPD-Kanzlerkandidaten, der einräumen musste, dass er da jetzt auch nicht viel mehr wüsste, als das, was bisher schon getan würde.

Es war eine andere Runde als die, der sich Angela Merkel am Montag im Kunstwerk in Mönchengladbach stellen musste. Während die Kanzlerin gefragt wurde, warum sie nicht beim Finale der Frauen-Europameisterschaft war und ob sie gerne Auto fahre, ging es bei Steinbrück nahezu ausschließlich um Inhalte. Spitzensteuersatz, Strompreise, Rentenversicherung — die Themen kamen ihm inhaltlich entgegen.

Gleichzeitig führten sie dazu, dass die Antworten des Kandidaten häufig technokratischer wirkten, es weniger menschelte als bei Merkel, die den 150 Gästen bei Problemen auch mal versprach, "sich das nochmal persönlich anzugucken".

Steinbrück ist anders. Wo Merkel die Kümmerin gab, sprach der Kanzlerkandidat von "sachgrundlosen Befristungen", "Personalmindeststandards" und einem "Entgeltgleichheitsgesetz", wenn es um Themen wie Arbeitsmarkt, Pflege oder Lohngleichheit ging. Und wo Merkel ruhig am Tisch verharrte, tigerte Steinbrück durch die Arena.

Er sprach Klartext, erntete viel Applaus für sein Plädoyer für Solidarität in Europa und räumte ein, wenn er keine klaren Antworten geben konnte. Gleichzeitig scheute er sich auch nicht, den Gästen unbequeme Dinge zu sagen. So kritisierte er einen Mann, der mit 65 Jahren erstmals zum Nichtwähler werden will, mit den Worten: "Sie haben nicht nur ein Wahlrecht, sondern auch eine Wahlpflicht." Überzeugen konnte er ihn in der Sendung zwar nicht, aber dafür bleibt ja auch noch Zeit bis zum 22. September.

(jco)