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Armin Laschet: Der Kanzlerkandidat der CDU im Porträt

Kanzlerkandidat im Porträt : Das ist der Unions-Spitzenkandidat Armin Laschet

Armin Laschet tritt für die Union bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat an. Dafür steht der CDU-Vorsitzende politisch und privat - ein Kurzporträt.

Profil Zähigkeit und Beharrungsvermögen hat Armin Laschet wiederholt unter Beweis gestellt. 2017 löste er allen Umfragen zum Trotz die amtsmüde Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in der Herzkammer der SPD ab, regiert seitdem mit nur einer Stimme über den Durst das bevölkerungsreichste Bundesland. Zunächst ging das still und effizient. Doch die Corona-Pandemie hat die Karten neu gemischt, und Laschet, der sich einen Ruf als Vermittler und Einer erarbeitet hat, gerät immer stärker unter den Öffnungs-Druck des Koalitionspartners FDP. Gegen alle Widerstände hat er sich gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen im Kampf um die CDU-Spitze durchgesetzt Registrierungspflichtiger Inhalt: und zuletzt Markus Söder im Rennen um die Kanzlerkandidatur geschlagen. Als oberster Pandemiebekämpfer von NRW, als von der Basis nicht geliebter Unions-Spitzenkandidat mit katastrophalen Umfragewerten und CDU-Vorsitzender so kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt ist er nun dreifach gefordert.

Partei Zum Eintritt in die CDU von einem Freund gedrängt, entdeckte Laschet früh seine Lust am politischen Auftritt. Vom Rat seiner Heimatstadt Aachen wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter ins Büro von Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, war Bundestags- und Europaabgeordneter. Laschet gehört zu den Gründungsmitgliedern der Pizza-Connection, des berühmten und berüchtigten Bonner Gesprächskreises junger CDU- und Grünen-Politiker. Sein wohl wichtigster Mentor war der langjährige Merkel-Vertraute Peter Hintze. Laschet ist bekennender rheinischer Katholik und Wertkonservativer. Jürgen Rüttgers holte ihn als Integrationsminister aus Brüssel nach Düsseldorf. „Türken-Armin“ war lange sein Rufname in der Partei.

Prägung Beim CDU-Bundesparteitag im Januar 2021 hielt Armin Laschet medienwirksam die Bergmanns-Münze seines Vaters in die Kamera, der als Mikätzchen aufs Lehramt umschulte. Die Mutter war in der katholischen Kirchengemeinde engagiert. Das Aufwachsen in Grenznähe ist bis heute für ihn prägend geblieben. Europa gilt dem späteren Europa-Abgeordneten Laschet als Herzensanliegen. Am meisten politischen Einfluss nahm in den Anfangsjahren auf ihn neben Peter Hintze wohl Rita Süssmuth; von ihr lernte er auch, für die Union unbequeme Positionen zu übernehmen. Lange Zeit vertrat Laschet mit Begeisterung die Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel – etwa in der Flüchtlingskrise. Diese Bande sind aber brüchig geworden, seit Laschet sich in der Corona-Pandemie zum Meinungsführer der Lockerer aufgeschwungen hat.

Privates Laschet gilt als fest verwurzelt im Aachener Stadtteil Burtscheid. Hier lebt er mit Frau Susanne, einer gelernten Buchhändlerin, im Reihenhaus. Schlagzeilen machte sie in einer WDR-Talkshow. Dort deutete sie an, dass das Eheversprechen sehr liberal ausgelegt werde. Die beiden haben drei erwachsene Kinder. Der älteste Sohn Johannes, genannt Jo, hat als Mode-Influencer einige Bekanntheit erreicht und brachte den Vater wegen der Weitergabe der Handynummer seines Auftraggebers, Christian von Daniels, Chef des Modeherstellers Van Laack, in Erklärungsnöte. In für ihn ungewöhnlicher Schärfe wies der Vater die scharfen Angriffe der Opposition auf seine Familie zurück.

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Programm Schwer zu sagen. Für den Bundestagswahlkampf ist CDU-Chef Laschet ein echtes Wahlkampfprogramm bislang schuldig geblieben. In NRW war es zuletzt die Politik von „Maß und Mitte“, die er nicht müde wurde zu verkünden. Hinter diesem Schlagwort verbirgt sich der Wunsch nach einem Ende der Corona-Maßnahmen. Schon früh legte er sich fest, dass Grundrechtseingriffe schnell wieder zurückgenommen werden müssten. Laschets Kurs ist oft nicht ganz klar zu erkennen. Nachdem er zuletzt etwa die Notbremse im Handel bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht hatte, verlangte er kurz darauf einen „Brückenlockdown“. Seine Vor-Corona-Politik zeichnete sich durch Wirtschaftsfreundlichkeit und eine Härte gegenüber kriminellen Clans aus.