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AfD verteilt Pfefferspray an Jugendliche

Kritik an Wahlkampfaktion : AfD verteilt Pfefferspray an Jugendliche

Die meisten Parteien verschenken im Wahlkampf Kugelschreiber oder Luftballons. Die AfD in Rheinland-Pflanz verteilt Pfferspray. Dieses diene notfalls zum Schutz vor Menschen, heißt es im mitverteilten Flyer. Die ungewöhnliche Wahlkampfaktion sorgt für Kritik.

Das Reizgas wurde am Samstag in Bad Kreuznach an einem Infostand des AfD-Kreisverbands und der Jugendorganisation der Partei ausgegeben. Zuvor hatte die "Rhein-Zeitung" darüber berichtet. Nach eigenen Angaben verteilte die AfD an dem Infostand insgesamt 150 Sprays .

Dabei habe man darauf hingewiesen, dass das Spray zur Tierabwehr sei, sagte der Landtagsabgeordnete Damian Lohr als Sprecher der Jungen Alternative Rheinland-Pfalz. Oder zur Abwehr von Menschen — "aber halt nur in absoluten Notsituationen", sagte Lohr.

Hintergrund der Aktion sei das nächtliche Aufenthaltsverbot in drei Bad Kreuznacher Stadtparks. Auslöser des Ende Juli verhängten Verbots war ein Streit zwischen zwei Gruppen von Zuwanderern in einem der Parks, bei dem es Verletzte gab.

Grünenpolitikerin Stephanie Otto kritisierte, das Pfefferspray sei an minderjährige Mädchen mit dem Zusatz "um euch gegen Nordafrikaner zu wehren" verteilt worden. Weitere Augenzeugen bestätigten die Aussage.

"Rechtlich können wir nichts machen, aber es ist moralisch natürlich nicht hinnehmbar", sagte die Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach, Heike Kaster-Meurer (SPD), am Dienstag zu der Verteilaktion. Pfefferspray mit der Kennzeichnung zur Tierabwehr fällt nicht unter das Waffengesetz und kann an Personen jedes Alters ausgeteilt werden.

(beaw/dpa)