Bundestagswahl-Umfrage: SPD legt dank Martin Schulz deutlich zu

ZDF-"Politbarometer" : SPD legt mit Kanzlerkandidat Schulz in Umfragen zu

Die SPD hat am Dienstag bekannt gegeben, dass Martin Schulz die Partei in die Bundestagswahl 2017 führen wird. In den ersten Umfragen nach der Entscheidung holt die SPD bereits deutlich auf.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" auf 24 Prozent. Dies sind drei Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Umfrage. CDU/CSU liegen aber mit unverändert 36 Prozent nach wie vor deutlich vorne.

Die Linkspartei würde um einen Punkt auf zehn Prozent zulegen, die Grünen dagegen um zwei Punkte auf acht Prozent absacken. Die FDP schafft laut der Umfrage mit sechs Prozent den Wiedereinzug in den Bundestag. Die AfD verliert zwei Prozentpunkte und liegt nun bei elf Prozent.

Zuvor hatte sich die SPD auch im ARD-"Deutschlandtrend" um drei Punkte auf 23 Prozent verbessert. Die Unionsparteien kamen hier auf 35 Prozent.

Im direkten Vergleich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt der frühere EU-Parlamentspräsident Schulz in der Wählergunst laut "Politbarometer" fast gleichauf. Merkel wünschen sich 44 Prozent der Befragten als Kanzlerin, für ihren Herausforderer sprechen sich 40 Prozent aus.

Schulz erreicht zudem in der Liste der zehn beliebtesten Politiker auf Anhieb den zweiten Rang. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kommt er auf einen Wert von 2,0. Besser schneidet nur der scheidende Bundesaußenminister und voraussichtliche neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit einem Durchschnittswert von 2,5 ab. Nach den beiden SPD-Politikern folgen der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit 1,9 und Kanzlerin Merkel mit 1,8.

Für das Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1303 Wahlberechtigte. Damit konnte die personelle Neuaufstellung der SPD, die am Dienstag bekannt geworden war, die Aussagen der Befragten noch beeinflussen. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts liegt der Fehlerbereich bei Prozentwerten von 40 Prozent bei rund drei Prozentpunkten, bei Werten von zehn Prozent bei rund zwei Prozentpunkten. Die Projektionen für das Abschneiden der Parteien können also entsprechend nach oben oder unten abweichen.

(klik/AFP)
Mehr von RP ONLINE