Bundesregierung zur Arbeitslosigkeit: Frauen sind öfter langzeitarbeitslos als Männer

Mindestens ein Jahr ohne Job : Frauen sind öfter langzeitarbeitslos als Männer

34 Prozent der erwerbslosen Frauen gelten als langzeitsrbeitslos und haben es schwer, einen neuen Job zu finden – Alleinerziehende sind besonders stark betroffen. Bei Männern ist die Quote niedriger.

Frauen sind stärker als Männer von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Unter allen erwerbslosen Frauen werden 34 Prozent als Langzeitarbeitslose eingestuft, während es bei den Männern nur 30 Prozent sind. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Abgeordneten Beate Müller-Gemmeke hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Im Durchschnitt liegt die Quote der Langzeitarbeitslosen unter allen Erwerbslosen demnach bei 32 Prozent.

 Langzeitarbeitslose sind Erwerbslose, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind. Sie beziehen in der Regel das Arbeitslosengeld II in vollem Umfang oder als aufstockende Hilfe zum Lebensunterhalt. Alleinerziehende Frauen sind davon besonders oft betroffen.

„Vorbehalte von Arbeitgebern und fehlende oder nicht passgenaue Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie können als Hemmnis wirken“, heißt es in der Regierungsantwort. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) achte bei ihrer Vermittlungsarbeit in den Job-Centern bereits auf die besonderen privaten Lebensumstände von langzeitarbeitslosen Frauen.

Auch die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und der örtliche Arbeitgeber-Service in den Job-Centern der Bundesagentur für Arbeit würden Arbeitgebern daher auch Beratungen anbieten, um die familienorientierte Personalarbeit in den Betrieben zu intensivieren, heißt es in der Antwort.

„Trotz Fachkräftemangels verfestigt sich die Langzeitarbeitslosigkeit. Und Frauen sind besonders betroffen“, sagte Müller-Gemmeke. Dass sich die Regierung des Problems annehmen wolle, komme reichlich spät. „Die Bundesregierung hätte schon längst handeln müssen.“

 Auch bei der Bezahlung liegen Frauen nach wie vor weit hinter Männern zurück, wie eine Studie der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Demnach ist der durchschnittliche Gehaltsunterschied mit 22,7 Prozent in Baden-Württemberg am höchsten. Bundesweit betrage er 21 Prozent. NRW kommt auf eine Lücke von 19,3 Prozent. 

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