„Rüttelt uns auf“ Bundesregierung äußert sich über Tod von George Floyd und Gewalt in den USA

Berlin · Die Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizisten hat nicht nur in den USA Proteste gegen Rassismus zur Folge – sondern weltweit. Nun hat sich auch die Bundesregierung offiziell zu dem Fall geäußert.

 Ein Wandbild von George Floyd an einer Unterführung in Mannheim.

Ein Wandbild von George Floyd an einer Unterführung in Mannheim.

Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Bundesregierung vertraut angesichts der Eskalation bei den Protesten in den USA auf die Demokratie. „Amerika ist eine starke Demokratie, in der es eine lebhafte Debatte gibt über alles, was jetzt passiert. Da braucht es nicht unsere Hinweise“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin zu Fragen, wie die deutsche Regierung auf den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Einsatz des Militärs stehe.

„Der Tod George Floyds, dieses schwarzen Bürgers, hat in Deutschland und in der ganzen Welt viele Menschen erschüttert. Er hat auch die Bundesregierung erschüttert“, sagte Seibert. „Das ist ein entsetzlicher und auch ein vermeidbarer Tod, der aufrüttelt. Wir in der Bundesregierung verfolgen das, was sich jetzt in Amerika abspielt, aufmerksam. Wir verfolgen es auch mit innerer Anteilnahme, weil wir seit Jahrzehnten in Deutschland eine enge Verbindung zu den USA haben.“

Es gebe in den USA auch viele friedliche Proteste, sagte Seibert. Die Bundesregierung hoffe, dass Gewalt ende und sich kluge Stimmen, die für ein friedliches Zusammenleben und ein Ende des Rassismus einträten, durchsetzten.

Seibert sagte, auch in Deutschland könnten Menschen mit anderer Hautfarbe oder Familiennamen aus anderen Sprachen über Diskriminierung berichten. Dies sei ein Aufruf, sich für eine andere Gesellschaft einzusetzen. „Ganz sicher ist Rassismus kein amerikanisches Problem, sondern es ist ein Problem in vielen Gesellschaften, und ich bin sicher, dass es auch in Deutschland Rassismus gibt“, sagte Seibert.

(anst/Reuters)