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Vereinbarkeit von Pflege und Familie: Bundesregierung will pflegende Angehörige entlasten

Vereinbarkeit von Pflege und Familie : Bundesregierung will pflegende Angehörige entlasten

2,6 Millionen gebrechliche Senioren werden vor allem durch ihre Angehörigen gepflegt. Nun will die Bundesregierung pflegende Angehörige stärker entlasten. Dabei spielt vor allem die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine Rolle.

"Noch in dieser Legislaturperiode wird es Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf geben", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Unter anderem seien über die zum 1. Januar in Kraft getretene Pflegezeit hinaus "besondere Formen der Freistellung" für Angehörige vorgesehen. "Ziel ist es, dass durch die Pflege eines Angehörigen keine Nachteile im Beruf entstehen", erklärte Lauterbach. Weiterhin sollten die bestehenden Regelungen flexibler und unbürokratischer gehandhabt werden.

Lauterbach reagierte damit auf die Vorlage der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes und darauffolgende Kritik an der Bundesregierung. "Die Anregungen der Krankenkassen sind korrekt, wir haben diesbezüglich wirklich große Probleme", erklärte der SPD-Politiker.

Laut den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen leben 71 Prozent oder 1,86 Millionen der Menschen, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, in den eigenen vier Wänden. 1,25 Millionen davon erhielten Pflegegeld; das bedeutet, dass sie in der Regel durch Angehörige gepflegt werden.

Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, forderte den Ausbau niedrigschwelliger Angebote für pflegende Angehörige. "Die Familie stellt immer noch den größten Pflegedienst der Nation dar", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie benötigten dringend Entlastungen im Alltag.

Viele Angehörige, insbesondere solche, die ohne Unterstützung pflegten, wüssten zu wenig über Modelle wie die Verhinderungs- oder die Tagespflege. "Hier wäre eine bessere Beratung durch die Pflegekassen sehr wichtig", forderte Neher. Auch seien bisherige Regelungen zu komplex und kaum zu überblicken, kritisierte der Caritas-Präsident. "So hat die bisherige Reform des Pflegestärkungsgesetzes das Dickicht der Regelungen nochmals erhöht statt reduziert", sagte Neher. Hier bestehe dringender Reformbedarf.

(KNA)