Bundespolizei warnt vor „massiver Gefährdung“ des Luftverkehrs durch Drohnen

Immer mehr Vorfälle : Bundespolizei warnt vor zunehmender Gefährdung im Luftverkehr durch Drohnen

Drohnen können gefährlich für den Luftverkehr sein. Im vergangenen Jahr habe die Zahl der Störvorfälle stark zugenommen. Daher warnt die Bundespolizei vor aufsteigenden Drohnen an Flughäfen und anderen Orten.

Bundespolizei-Präsident Dieter Romann warnt vor einer "massiven Gefährdung des Luftverkehrs" durch Drohnen. Allein 2018 habe es 158 Vorfälle mit Drohnen an deutschen Flughäfen gegeben, zuletzt kurz nach Ostern in Berlin-Tegel, sagte Romann den Funke-Zeitungen vom Wochenende. Eine Gefährdung wie Ende 2018 am Londoner Flughafen Gatwick könne sich "jederzeit wiederholen". Damals habe sich gezeigt, "dass niemand auf eine solche Bedrohung vorbereitet war".

Im Dezember hatten mehrere Drohnen wenige Tage vor Weihnachten den Londoner Flughafen Gatwick für rund 36 Stunden lahmgelegt.

Flughäfen, Flugsicherung und die Sicherheitsbehörden arbeiteten an einem gemeinsamen Abwehrsystem. "Wir müssen eine Drohne in unsere Gewalt bringen, steuern und übernehmen - und die Person ausfindig machen, die sie gelenkt hat", sagte Romann. Nach seiner Kenntnis gebe es dafür noch keine optimale Lösung. Der Zugriff selbst sei Aufgabe der Länderpolizei und auch seiner Behörde. Romann forderte jedoch "eine Klärung der Zuständigkeiten, insbesondere im Hinblick auf die Verantwortlichkeiten der Flughafenbetreiber und der Flugsicherung."

Der Präsident der Bundespolizei warnte grundsätzlich vor Attacken auf den Flugverkehr: "Wir müssen jederzeit mit Anschlägen gegen Flughäfen oder Flugzeuge rechnen, auch in Deutschland." Er beobachte immer wieder so genannte Dry-Runs - Versuche, die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen und die Reaktion der Bundespolizei zu testen.

Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bestehe "weiterhin eine hohe Gefährdung", so Romann. Mit Blick auf die jüngsten Anschläge in Sri Lanka sagte er, bekannte Gotteshäuser wie der Kölner Dom oder der Hamburger Michel würden bereits besonders geschützt.

cha/jep

(mja/AFP)
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