Bundespolizei fasst 110 illegal eingereiste Ausländer pro Tag

Zahl leicht gesunken : Bundespolizei fasst 110 illegal eingereiste Ausländer pro Tag

Insgesamt ist die Zahl der illegalen Einreisen nach Deutschland in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres leicht gesunken. In vier Bereichen aber registriert die Bundespolizei einen Zuwachs.

Die Bundespolizei fasst im Durchschnitt jeden Tag 110 illegal eingereiste Ausländer im grenznahen Raum oder bei der Kontrolle an Flug- und Seehäfen. Das geht aus einer Übersicht für die ersten drei Quartale dieses Jahres hervor. Danach sank die Zahl der unerlaubt eingereisten Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 31.442 auf 29.774.  Wie im Vorjahr liegen Afghanistan und Nigeria an der Spitze der Herkunftsländer. Danach folgen die Türkei, Albanien und der Irak. Syrien folgt erstmals erst auf Platz sechs. Die meisten illegal Einreisenden erwischten die Bundespolizisten an Flughäfen, im deutsch-österreichischen und im deutsch-tschechischen Grenzraum.

Während die Zahlen in fast allen Monaten leicht unterhalb der Werte des Vorjahreszeitraums lagen, gibt es auch vier teils bemerkenswerte Steigerungen. Die Zahl der illegalen Einreisen aus Tschechien stieg um 1,4 Prozent auf 3154, die an Flughäfen um 9,2 Prozent auf 8227, die aus den Niederlanden um 16,5 Prozent auf 1277 und die aus Luxemburg um 95 Prozent auf 346.

Anfang Oktober hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Bundespolizei angewiesen, die sogenannte Schleierfahndung, also das Stoppen verdächtiger Personen im grenznahen Raum, zu verstärken. Anfang November wurden die Kontrollen noch einmal intensiviert. Den Anlass bildete ein trotz Wiedereinreisesperre zurückgekehrtes Mitglied des Miri-Clans, das sich vier Monate nach seiner Abschiebung in den Libanon in Bremen zurückgemeldet hatte. Seehofer will erreichen, dass Personen mit Wiedereinreisesperre künftig möglichst schon im Grenzraum zurückgewiesen werden können.

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