Bundesaußenminister Maas setzt in Italien Zeichen für die Einheit Europas

Bundesaußenminister in Italien: Maas setzt in Rom ein Zeichen für die Einheit Europas

Italien steht eine mühsame Regierungsbildung noch bevor. Deutschlands neuer Bundesaußenminister Heiko Maas ist trotz der unklaren Verhältnisse nach Rom gereist, um ein Zeichen für die Einheit Europas zu setzen.

Maas hat bei seinem Antrittsbesuch für eine enge Partnerschaft mit Italien unabhängig vom Ausgang der bevorstehenden Regierungsbildung geworben. "Italien ist für uns einer der zentralen Ansprechpartner in Europa", sagte er Freitag nach einem Treffen mit seinem nur noch geschäftsführenden Kollegen Angelino Alfano. Mit seiner Reise nach Italien gut eine Woche nach seinem Amtsantritt wolle er zeigen, wie wichtig das Verhältnis beider Länder ist.

Der Besuch fiel zeitlich mit der konstituierenden Sitzung des vor drei Wochen neu gewählten italienischen Parlaments zusammen. Es ist die vierte Auslandsreise des neuen deutschen Chefdiplomaten - nach Paris, Warschau und Brüssel.

Italien sei ein zentraler Partner für den Zusammenhalt in Europa, sagte Maas vor seiner Abreise. "Mein Besuch ist auch ein Zeichen, dass wir Italien in Europa brauchen. Nur gemeinsam kann uns die notwendige Stärkung und Weiterentwicklung der Europäischen Union gelingen."

  • Wenige Stunden nach Amtsübernahme : Außenminister Maas - auf Antrittsbesuch in Paris

Bei der Wahl Anfang März hatten die bislang regierenden Sozialdemokraten um Ministerpräsident Paolo Gentiloni eine historische Niederlage kassiert. Die Fünf-Sterne-Protestbewegung ging als stärkste Einzelpartei aus der Wahl hervor, das Mitte-Rechts-Lager mit der rechtspopulistischen Lega als stärkste Kraft lag als Bündnis vorne, hat aber keine Mehrheit.

Auch drei Wochen nach der Wahl ist deshalb völlig unklar, wer das Land künftig regieren wird. Es wird eine langwierige Regierungsbildung erwartet. Maas traf in Rom auch Studenten und Soldaten der Anti-Schleuser-Mission der Europäischen Union im Mittelmeer.

(gaa)