Bund und Länder einigen sich im Streit um Finanz-Ausgleich

Finanzbeziehungen: Einigung im Streit um Bund-Länder-Finanzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten der Länder haben sich grundsätzlich über die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen geeinigt. Nach dem nächtlichen Verhandlungsmarathon sollen die Gespräche am Vormittag in Berlin fortgesetzt werden.

Über die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen und den Länderfinanzausgleich wird seit Jahren gerungen. Die entscheidenden Verhandlungen hatten bereits am Donnerstagmittag im Bundeskanzleramt begonnen und waren in der Nacht schließlich erfolgreich.

MP Haseloff: Grundsätzliche Einigung beim Finanzausgleich auf Basis des Ländermodells erreicht.10.30 Uhr gehts weiter pic.twitter.com/xwkGiypS6Y

— Sachsen-Anhalt (@sachsenanhalt) 14. Oktober 2016Die innerstaalichen Finanzströme müssen neu geordnet werden, weil der Länderfinanzausgleich und der Solidarpakt II mit Ostdeutschland 2019 auslaufen. Streitpunkt war in den nächtlichen Verhandlungen nach Angaben von Teilnehmern vor allem, wie stark der Bund künftig seine Zahlungen an die Länder dynamisiert, also über die Jahre erhöht. Man habe sich auf eine Teildynamisierung geeinigt, hieß es.

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Im Kern drehte sich der jahrelange Bund-Länder-Streit um die Frage, wer ab 2020 die Hauptlast bei der finanziellen Stärkung der ärmeren Bundesländer tragen soll: der Bund oder die reicheren Bundesländer. Um für annähernd gleiche Lebensverhältnisse in Deutschland zu sorgen, werden jedes Jahr etliche Milliarden Euro an Steuereinnahmen zwischen den Bundesländern sowie dem Bund und den Ländern umverteilt.

2015 wurden zwischen den Ländern Umsatzsteuereinnahmen von 7,9 Milliarden Euro umgeschichtet. Hinzu kamen 9,6 Milliarden Euro im eigentlichen Länderfinanzausgleich. Zusätzlich schleuste der Bund 3,8 Milliarden Euro in den Umverteilungsmechanismus.

(stk/REU)