Bündnis AfD-CDU/CSU: Klare Absage von Horst Seehofer

„Nein, nein, nein“ : Klare Absage von Seehofer an ein Bündnis von Union und AfD

Mehrmals wurde in den vergangenen Tagen öffentlich über ein mögliches Bündnis von Union und AfD diskutiert. Erst hatte die Kanzlerin diesen Überlegungen eine Absage erteilt, nun auch CSU-Chef Seehofer.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer schließt eine Koalition der Union mit der AfD kategorisch aus. „Herr Gauland kann sagen, was er will: Es gibt keine Koalition zwischen Union und AfD. Nein, nein, nein“, sagte der Bundesinnenminister der „Welt am Sonntag“. Ähnlich äußerte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der „Bild am Sonntag: „Da bin ich sehr klar: nicht mit der AfD.“

Seehofer bekräftigte zugleich seine Unterstützung für eine neuerliche Kandidatur von Kanzlerin Angela Merkel für den CDU-Vorsitz. Dies finde er richtig. „Erst in dieser Woche konnte ich die Kanzlerin wieder in einem schwierigen Koalitionsausschuss in Topform erleben. Sie macht mit voller Energie ihre Arbeit und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass sie noch viel vorhat.“

Für Unruhe in der Union hatte am Mittwoch vergangener Woche der neue Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Christian Hartmann, gesorgt, als er eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl 2019 nicht ausschließen wollte. Anschließend sagte auch der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland, er könne sich mittelfristig eine Koalition mit der CDU vorstellen.

Auch der brandenburgische Junge-Union-Chef Julian Brüning schließt eine künftige Zusammenarbeit mit der rechten AfD nicht aus. Mit Blick auf die brandenburgischen Landtagswahlen in einem Jahr sagte Brüning am Samstag im rbb-Inforadio: "Wir wollen ein klares Ergebnis erzielen.". Er ergänzte: "Der Respekt vor dem Wähler gebietet es aber, dass wir nach der Landtagswahl mit allen Parteien Gespräche führen, (...) dass wir uns Gespräche offen halten mit Parteien." Ein klares Nein zu einer Zusammenarbeit mit der AfD vermied er: "Eine konkrete Zusammenarbeit sehe ich aber derzeit noch nicht." Man wolle zunächst die Landtagswahlen abwarten. Die Junge Union bemühe sich, AfD-Wähler für die CDU zurückzugewinnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere führende Politiker von CDU und CSU haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hatte die CDU am Freitag zu einem Abgrenzungsbeschluss von der AfD aufgefordert

(hebu/dpa/Reuters)
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