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Bruttoinlandsprodukt: Wirtschaft kommt einfach nicht in Schwung

Schrumpfende Wirtschaftsleistung : Deutschland muss bei den Investitionen durchstarten

Der Aufschwung bleibt auch zum Jahresbeginn 2022 ein Hoffnungswert. Die neue Bundesregierung muss daran arbeiten, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen für die Zeit nach der Pandemie zunimmt – und sich die Stimmung der Verbraucher wieder aufhellt. Trotz des Inflationsdrucks.

Lieferprobleme und die Omikron-Variante des Coronavirus haben der deutschen Wirtschaft im vierten Quartal 2021 stark zu schaffen gemacht: Die Wirtschaftsleistung schrumpfte  - und wird es voraussichtlich auch im ersten Vierteljahr 2022. Denn die Lieferengpässe sind nicht beseitigt, und die Omikron-Welle wird in den kommenden Wochen zu einer „Omikron-Wand“, wie Virologen voraussagen. Wenn sich große Teile der Bevölkerung infizieren, wird das den privaten Konsum dämpfen, keine Frage. Bisher war die Konsumnachfrage eine der tragenden Säulen der Konjunktur.

Zu Beginn 2021 hatten Ökonomen einen starken Aufschwung erwartet, aber es kam anders. Das kann sich nun wiederholen: Alle erwarten den Aufschwung, aber die Wirtschaft kommt trotz voller Auftragsbücher einfach nicht in Schwung. Chancen und Risiken haben sich im Vergleich zu 2021 gleichermaßen vergrößert: Einerseits sind die Voraussetzungen dafür, dass die Pandemie zu Ende geht, in diesem Jahr besser als im letzten. Omikron wird dafür als Anzeichen gewertet. Andererseits sind die Inflationsaussichten heute düsterer als vor einem Jahr. Zu hoffen bleibt, dass sich die Verbraucher von den hohen monatlichen Inflationsraten nicht zu sehr entmutigen lassen. Ihre Kaufkraft hat bereits gelitten, aber die monatlichen Teuerungsraten werden bald auch wieder geringer. Dafür sprechen statistische Effekte und rückläufige Energiepreise nach den jüngsten Höchstständen.

In diesem Jahr gilt es, die Investitionsbereitschaft der Unternehmen durch klare politische Ansagen zu verbessern. Nach der Pandemie muss Deutschland bei den Investitionen durchstarten. Sonst wird das nichts mit dem größten industriellen Modernisierungsprojekt seit 100 Jahren, dem kompletten Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien.