Gründung im Oktober: Brüderle kündigt Rohstoffagentur an

Gründung im Oktober : Brüderle kündigt Rohstoffagentur an

Berlin (RPO). Deutschland will im Kampf um Rohstoffe für die Zukunft gerüstet sein: Die Bundesregierung plant die Gründung einer "Deutschen Rohstoffagentur" für den Herbst. Das kündigte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Dienstag im Auswärtigen Amt in Berlin vor der jährlichen Versammlung der deutschen Botschafter an.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover bereite die Agentur derzeit intensiv vor, hieß es in seinem Redemanuskript. Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften und die verschiedenen Ministerien müssten für eine gemeinsame Strategie an einem Strang ziehen, verlangte Brüderle.

Die Agentur soll am 4. Oktober innerhalb der BGR gegründet werden. Sie soll nicht Rohstoffe selbst kaufen, sondern als Informations- und Kommunikationsstelle für Rohstoff-Fragen arbeiten. Dafür werden die Fachkompetenz und wissenschaftlich-technische Infrastruktur der BGR genutzt. Ausgerichtet wird sie am Bedarf der deutschen Unternehmen, die Rohstoffe suchen, gewinnen und verarbeiten sowie an der Bergbautechnik-Industrie. Kooperationspartner sind Germany Trade Invest und die Deutsche Materialeffizienz-Agentur. Schwerpunkt der Arbeit sind die Verfügbarkeit und die Versorgungssituation sowie die Ermittlung von Rohstoff-Potenzialen. Der aktuelle Schwerpunkt sind Metalle und Rohstoffe für Hightech-Produkte.

Vor allem mittelständische Unternehmen würden leiden, wenn der Zugang zu Rohstoffen erschwert werde, fügte Brüderle in seiner Rede hinzu. Auswärtiges Amt, Wirtschaftsministerium und Entwicklungshilfe-Ministerium würden dabei nun eng zusammenarbeiten. Ziel sei eine nachhaltige Rohstoffversorgung für die deutsche Wirtschaft.

Brüderle appellierte auch an die deutschen Botschafter, Geschäftspartnern deutscher Unternehmen die Einreise nicht unnötig zu erschweren. Bürokratische Verfahren an deutschen Botschaften und Konsulaten würden oftmals gerügt von ausländischen Geschäftsleuten.

Der Wirtschaftsminister wehrte sich auch gegen Vorwürfe aus Frankreich und den USA, Deutschland würde zu viel exportieren und zu wenig importieren. Deutschland sei auch Vizeweltmeister bei den Importen, ebenso wie bei den Exporten. Es habe zum Beispiel im ersten Halbjahr 18,9 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen aus Frankreich importiert als im Vorjahreszeitraum. "Ein brummender Konjunkturmotor Deutschland bringt den gesamten EU-Binnenmarkt voran", sagte er.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Rainer Brüderle

(apd/felt)
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