Herzschrittmacher-Sonde defekt Bosbach wird am Mittwoch operiert

Bergisch Gladbach/Berlin · Der am Wochenende zusammengebrochene CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (60) wird sich an diesem Mittwoch einer Operation unterziehen müssen. Ein Defekt seines Herzschrittmachers sei Grund für sein Kollabieren gewesen, sagte der herz- und krebskranke Innenpolitiker aus Bergisch Gladbach.

"Fest steht, dass eine Sonde defekt ist. (...) Die Frage ist, ob die jetzt defekte Sonde ausgetauscht werden kann. Die Hoffnung habe ich natürlich", sagte er der dpa. Gewissheit werde es aber erst nach dem Eingriff in der Berliner Klinik Charité geben.

Auf einer CDU-Versammlung in Münster war Bosbach am Samstag wegen des Defekts an seinem implantierten Defibrillator zusammengebrochen. Das Gerät hatte einen medizinisch nicht notwendigen starken Stromstoß abgegeben. Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses war zu Boden gegangen und danach einige Stunden im Universitätsklinikum Münster betreut worden. Am Sonntag hatte er aber bereits wieder Termine wahrgenommen und am Abend in der ARD-Talkshow "Günther Jauch" energisch mitdebattiert.

Bosbach ist auch unheilbar an Krebs erkrankt und leidet unter Gicht. Nach reiflicher Überlegung hatte er entschieden, trotzdem wieder zur Bundestagswahl anzutreten. Politik sei für ihn auch ein "Jungbrunnen", hatte er begründet.

Am Samstag wählte ihn die NRW-CDU mit 97 Prozent der Stimmen auf den sicheren siebten Platz ihrer Landesliste für die Wahl im September. Die CDU in seinem Wahlkreis - den Rheinisch-Bergischen Kreis hatte Bosbach bereits fünfmal direkt gewonnen - hat den 60-Jährigen schon vor einigen Monaten mit einem Traumergebnis von 99 Prozent als Kandidaten aufgestellt.

Der Kölner "Express" hatte zuerst über die bevorstehende Operation am Mittwoch berichtet.

(lnw/felt/sap)
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