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Politiker spricht über seine Erkrankung: Bosbach und sein Kampf gegen den Krebs

Politiker spricht über seine Erkrankung : Bosbach und sein Kampf gegen den Krebs

Er gilt als einer der Euro-Rebellen und findet oft ein deutliches Wort – auch gegenüber seiner Partei: Wolfgang Bosbach, CDU-Abgeordneter aus NRW. In einem Interview spricht er nun über seine Krebserkrankung und was ihm die Politik bedeutet.

Er gilt als einer der Euro-Rebellen und findet oft ein deutliches Wort — auch gegenüber seiner Partei: Wolfgang Bosbach, CDU-Abgeordneter aus NRW. In einem Interview spricht er nun über seine Krebserkrankung und was ihm die Politik bedeutet.

Wolfgang Bosbach geht offen mit seiner Krebserkrankung um. Die Reaktionen, so sagt er im aktuellen Interview mit dem "Spiegel" seien so überwältigend, positiv und mitfühlend gewesen. "Das hat mich zutiefst gerührt", sagt er. Inzwischen hat Bosbach Prostata-Krebs im fortgeschrittenen Stadium.

Die OP sei gut gelaufen und auch sei der Tumor komplett entfernt worden, sagt der CDU-Politiker in dem Interview. Allerdings habe er später erfahren, dass sich schon Knochenmetastasen gebildet hätten. Nach menschlichem Ermessen gebe es wohl keine Chance mehr auf Heilung. "Mein Arzt hat gemeint, ich soll mir keine falschen Hoffnungen machen", so Bosbach im "Spiegel".

"Jetzt weiß ich eben: Sehr viel Zeit bleibt nicht mehr. Also lebe ich intensiver", sagt er. Aber er sei auch froh, dass er nicht wisse, wie viel Zeit ihm noch bleibe. "Prostatakrebs wächst wohl zum Glück relativ langsam."

Doch trotz seiner Erkrankung möchte Bosbach mit der Politik nicht aufhören, sondern im nächsten Jahr auch wieder für den Bundestag kandidieren. "Ich mache wirklich gern und leidenschaftlich Politik", betont er in dem Interview. "Es ginge mir nicht besser, wenn ich nicht mehr kandidieren würde." Und die politische Arbeit fordere ihn ganz, lenke daher auch ab.

Dass er sich oft auch gegen die Kanzlerin stellt in Bezug auf die Euro-Politik, verteidigt er. Natürlich habe er gewusst, dass das Ärger geben würde, aber "ich hätte mich viel mehr über mich geärgert, wenn ich meiner Überzeugung untreu geworden wäre. Doch seine Partei, das macht er auch in dem Interview deutlich, bleibt die CDU. "Die CDU — und nur die CDU — ist meine politische Heimat", sagt er. "Ich könnte mir nie vorstellen, für eine andere Partei — und damit gegen diese Parteifreunde — anzutreten.

(das)