Bluttests auf Down-Syndrom: CDU-Spitze für intensive Betreuung

Down-Syndrom-Nachweis : CDU ringt um Position bei Gen-Tests für Schwangere

Sollen Krankenkassen Bluttests bezahlen, mit denen Schwangere herausfinden, ob ihr ungeborenes Kind das Down-Syndrom hat? Diese Frage hat das Präsidium der CDU diskutiert. Vorbei ist die Debatte aber noch lange nicht.

Beratung und Betreuung von Eltern, die den Test machen, müssten „immer Ja sagen zum Leben“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag nach einer Diskussion im Präsidium seiner Partei. Jedes Leben sei gleich viel wert und besitze die gleiche Würde, „egal ob mit Down-Syndrom oder mit einer anderen Beeinträchtigung“.

Die CDU werde die Frage weiter offen diskutieren – eine Vorgabe der Partei solle es nicht geben, machte Ziemiak deutlich. Er selbst sei dafür, dass die Krankenkassen die Kosten für den Bluttest übernehmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hätten in der Sitzung hingegen nicht zu erkennen gegeben, zu welcher Option sie tendierten, sagte Ziemiak. Die Debatte sei weitergehend als die Frage, welche Leistungen eine Kasse übernehme. Sie drehe sich um die Frage, welche Möglichkeiten es bei Bluttests in Zukunft geben könne und in welcher Tiefe solche Tests künftig noch moralisch vertretbar seien. Über diese ethischen Fragen wollten viele in der CDU sprechen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach sich unterdessen strikt gegen eine Kassenfinanzierung der genetischen Bluttests aus. „Das Signal, dass man im Vorfeld über die Wertigkeit von Leben urteilt, halte ich für falsch“, sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende im Vorfeld der Präsidiumssitzung. Zugleich sprach er von einer „sehr persönlichen Gewissensentscheidung“, die am Ende jeder Bundestagsabgeordnete fällen müsse. Es sei gut, diese Debatte nun öffentlich zu führen.

Der vorgeburtliche Bluttest ist in Deutschland legal. Unter Politikern und Ethikexperten ist er allerdings umstritten, da sich viele Eltern nach einem positiven Ergebnis für eine Abtreibung entscheiden.

Am kommenden Donnerstag ist eine offene Debatte im Bundestag zum Thema vorgesehen.

(rls/dpa)
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