1. Politik
  2. Deutschland

Medienbericht: BKA warnt vor tschetschenischen Extremisten in Deutschland

Medienbericht : BKA warnt vor tschetschenischen Extremisten in Deutschland

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt einem Medienbericht zufolge vor tschetschenischen Extremisten in Deutschland. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB habe in den vergangen Wochen Telefonate zwischen Tschetschenen im Kaukasus und Tschetschenen in Europa abgehört und in den vergangenen Tagen die deutschen Sicherheitsbehörden über Inhalt und Zweck der Gespräche informiert.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer Onlineausgabe am Samstag unter Berufung auf Informationen aus Sicherheitskreisen.

Anschlag in Westeuropa

Demnach wurden zwei Tschetschenen in Frankreich und einer in Deutschland bei den Telefongesprächen aus dem Kaukasus aufgefordert, nach Syrien zu reisen, um sich den islamistischen Rebellen im Kampf gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad anzuschließen. Zuvor sollten sie aber noch in Westeuropa eine Gewaltaktion durchführen, heißt es weiter. Dabei wurden nach Informationen von bild.de Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und Luxemburg als mögliche Anschlagsziele genannt.

Ein in Deutschland ansässiger Tschetschene, den das BKA inzwischen identifiziert habe, gehört dem Bericht zufolge zu der radikalislamischen Gruppierung "Kaukasisches Emirat", die in Deutschland rund 200 zumeist tschetschenische Anhänger habe. Der Mann war den deutschen Behörden laut bild.de bisher offenbar nicht als "extremistisch" aufgefallen. Erst der Hinweis aus Moskau habe zu seiner Identifizierung geführt.

Insgesamt stufen die Sicherheitsbehörden in Deutschland laut bild. de derzeit rund 500 Tschetschenen als "extremistisch in ihrer Grundhaltung" ein. Zudem betrachten die Sicherheitsbehörden einen Tschetschenen in Deutschland als "Gefährder", wie es in dem Bericht weiter heißt. Er stehe auf der streng geheimen Liste der 120 Personen, die "Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen könnten" und ständig von den Sicherheitsbehörden überwacht würden. Drei weitere Tschetschenen werden "Bild" zufolge zudem als "auffällige Personen" geführt.

Zuvor hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach entsprechenden Medienberichten betont, derzeit gebe es "keine Hinweise auf Anschlagspläne oder Anschlagsziele". Damit reagierte Friedrich auf einen Bericht von "Spiegel Online", dass eine Terrorwarnung mit Blick auf die öffentlichen Veranstaltungen zum Champions-League-Finale am Samstagabend vorliege.

Hier geht es zur Infostrecke: Recht auf Datenschutz bei Überwachungskameras

(AFP)