Waltraud Wende: Bildungsministerin blamiert sich mit Brief voller Fehler

Waltraud Wende : Bildungsministerin blamiert sich mit Brief voller Fehler

Waltraud Wende, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, hat ein Schreiben voller Fehler verschickt. In ihrem Brief verbergen sich in einigen Sätzen gleich mehrere haarsträubende Aussetzer. Das Ministerium windet sich, die Opposition feixt.

Von dem peinlichen Brief berichtete am Freitag die "Welt" und zeigt als Beleg ein mehrseitiges Schreiben mit drei Seiten Text. Darin sind Verbesserungen eingefügt, natürlich mit rotem Stift, so wie es sich für Korrekturen gehört. Die erstaunliche Bilanz der Schluderei aus Kiel: Drei Tippfehler, dreimal das Komma falsch gesetzt, vier mal Probleme mit der Grammatik und eine falsche Trennung.

Der Kieler Ministerpräsident Torsten Albig und Bildungsministerin Waltraud Wende haben einen peinlichen Brief zu verkraften. Foto: dpa

Die Fehler sind offenkundig auf Hast und fehlendes Korrekturlesen zurückzuführen. Typische Belege dafür: ein Buchstabendreher wie etwa in "Gymansien" oder Daneben-Tipper wie bei "planwirtschaftlkchen" Vorgaben.

Kommata finden sich an völlig deplatzierten Stellen, etwa direkt hinter dem ersten Wort im Satzbeginn wie: "Denn, gute Bildungsangebote sind ein Standortfaktor." Auch Grammatikfehler sind Indiz für Schlamperei: "... Vorgaben, die auf festgestellte Bedarfe reagiert."

Wer viel mit Sprache arbeitet, kann nachvollziehen, wie so etwas passieren kann: Am Computer verfasste Texte wachsen, verändern sich, ganze Blöcke werden verschoben oder gelöscht, nachträglich werden Sätze verändert und umgeschrieben.

So ähnlich soll es auch im Fall der parteilosen Bildungsministerin verlaufen sein. Dem Bericht zufolge hatte sie das Schreiben zwar tatsächlich selbst verfasst, dann aber nachträglich telefonisch ein paar Änderungswünsche durchgegeben.

Die aber wurden ganz offensichtlich nicht mit Sorgfalt eingearbeitet, wie Wendes Sprecher gegenüber der "Welt" einräumt. "Im Ministerium arbeiten wie überall auch nur Menschen", zitiert ihn das Blatt. "Aber natürlich ärgern wir uns trotzdem."

Das Schreiben wurde mitsamt allen elf Fehlern herausgegeben, Adressaten waren angeblich der Chef des Finanzausschusses im Landtag, Thomas Rother (SPD), und die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Anke Erdmann (Grüne). Und das, obwohl die Bildungsministerin, eine habilitierte Literaturwissenschaftlerin, auch noch als besonders pingelig gilt.

Öffentliche Reaktionen verkniff sich die Opposition bislang, soll sich aber königlich über die ministeriale Panne amüsieren wie es heißt.

Im Oktober 2013 hatte schon einmal eine führende Politikerin Probleme, weil ein offizieller Brief mit zahlreichen Fehlern herausgegeben worden war: Damals handelte es sich um Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin von Rheinland Pfalz. Ihr Büro hatte ein Schreiben mit sechs haarsträubenden Patzern in sechs Sätzen verfasst und an Kanzlerin Angela Merkel geschickt.

(pst)
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