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Insiderwissen als Minister zu Geld gemacht?: "Bild": Ex-Minister Bodewig wegen Nebenjob in der Kritik

Insiderwissen als Minister zu Geld gemacht? : "Bild": Ex-Minister Bodewig wegen Nebenjob in der Kritik

Hamburg (rpo). Nachdem Kurt Bodewig nach der letzten Bundestagswahl seinen Job als Verkehrminister los war, nahm er eine Beratertätigkeit bei dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG an. Jetzt wirft die CSU die Frage auf, ob der SPD-Mann dabei möglicherweise sein Insiderwissen zu Geld gemacht hat. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Wie das Blatt in seiner Mittwochausgabe schreibt, verlangt die CSU Aufklärung über Bodewigs Berater-Tätigkeit für KPMG. Bodewig habe nach dem Ausscheiden aus seinem Amt nach der Bundestagswahl bei dort als "Senior Adviser" gearbeitet.

Die Nebentätigkeit zeigte er auch dem Bundestag wie vorgeschrieben an. Die CSU fragt nun, ob Bodewig durch seinen Wechsel sein Insiderwissen als Minister zu Geld gemacht hat.

"Die Nebentätigkeit von Herrn Bodewig ist bedenklich," sagte der CSU-Haushaltsexperte im Bundestag, Bartholomäus Kalb, der "Bild"- Zeitung. Umstritten sei der Wechsel auch, weil KPMG nach eigenen Angaben auch für bundeseigene Firmen tätig ist und eine frühere KPMG- Tochterfirma Beratungsaufträge vom Bund erhalten hat.

Auch eine mögliche Verquickung mit der Vergabe des Auftrags für die Lkw-Maut an die Firma "Toll-Collect" wird in der CSU nicht ausgeschlossen. So hatte Bodewig den Maut-Vertrag mit "Toll-Collect" zwei Tage vor der Bundestagswahl unterzeichnet. Dem Konsortium gehören auch Großkunden von KPMG wie z.B. DaimlerChrysler an.

Bodewig wies die Vorwürfe auf Anfrage der "Bild"- Zeitung als "unverschämt" zurück. Ein Zusammenhang mit dem Maut-Vertrag sei "absurd", weil der Vertrag schon im Sommer 2002 paraphiert worden sei.