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Bernd Lucke wird in der AfD angefeindet

Innerparteiliche Querelen : Bernd Lucke wird in der AfD angefeindet

Es gärt in der AfD. Nach den Erfolgen bei den Landtagswahlen im Herbst wird zunehmend Kritik an Parteigründer Bernd Lucke laut. Führende Köpfe werfen ihm einen selbstherrlichen Führungsstil vor. Lucke erwägt seinen Rückzug, sollte die Partei nicht auf einen einzigen Vorsitzenden zugeschnitten werden.

Führende Politiker der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) wollen die Dominanz des heimlichen Parteichefs Bernd Lucke brechen. "Es ist wichtig, dass an der Spitze einer Partei unterschiedliche Führungsstile vertreten sind", sagte Bundessprecherin Frauke Petry dem Magazin "Spiegel". "Die AfD darf keine One-Man-Show sein."

Geführt wird die AfD offiziell von drei "Bundessprechern". Lucke wird aber oft als alleiniger Chef wahrgenommen.

Bereits zuvor hatte Bundesvorstand Alexander Gauland harsche Kritik an Luckes Führungsstil geübt. Der Hochschullehrer sei ein "Kontrollfreak".

"Es tut keiner Organisation auf die Dauer gut, wenn alles auf eine Person ausgerichtet ist", sagt Petry, die den sächsischen AfD-Verband führt. Bisher habe sie sich im Bundesvorstand eher zurückgehalten. "Sollte die AfD künftig eine Doppelspitze haben, werde ich auf jeden Fall kandidieren und eine aktive Rolle spielen."

Lucke selbst denkt derweil offen darüber nach, im nächsten Jahr nicht mehr für sein Amt zu kandidieren. "Ich habe noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antreten werde", sagte der Chef der rechtskonservativen Partei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er wolle ab und zu auch mal wieder Zeit für seine Familie haben. "Vielleicht bieten sich andere Führungspersönlichkeiten an."

Lucke verbindet seine Äußerungen allerdings gleichzeitig mit einer Forderung: Er will die Ämter eines alleinigen Parteivorsitzenden - bisher sind es drei - und eines Generalsekretärs zu schaffen. Bei drei Vorsitzenden sei der Koordinationsbedarf zu hoch. "Tatsächlich geht es darum, dass ich entlastet werden muss von dem erdrückenden Arbeitspensum."

Petry sagte dem Blatt, sie finde es "unglücklich", wenn Lucke eine Vorentscheidung in der Satzungsdebatte erzwingen wolle, indem er sie mit seiner Person verknüpfe. Das Modell der drei Parteivorsitzenden habe sich bewährt. Auch der Bundesvorsitzende Konrad Adam zeigte sich laut Bericht irritiert. Es sei "nicht das erste Mal", dass Lucke drohe, nicht mehr anzutreten. Das Modell mit drei Vorsitzenden habe sich bewährt.

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(dpa)