Neues Korruptionsverfahren Berlusconi wieder vor Gericht

Mailand (RPO). Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss sich ein weiteres Mal wegen Korruption vor Gericht verantworten. Ihm droht eine Haftstrafe von drei bis acht Jahren, weil er einen Zeugen durch Bestechung zur Falschaussage bewegt haben soll. Laut Anklage ließ Berlusconi sich die Lügen 600.000 Euro kosten.

Mit Berlusconi ist der britische Anwalt David Mills angeklagt, der getrennt lebende Ehemann der britischen Kulturministerin Tessa Jowell. Berlusconi wird vorgeworfen, im Jahre 1997 mindestens 600.000 Dollar an Mills gezahlt zu haben, weil dieser in zwei früheren Verfahren gegen Berlusconi bewusst falsche Aussagen gemacht habe. Beide Männer waren bei der Prozesseröffnung am Dienstag nicht anwesend.

Sowohl Berlusconi als auch Mills haben sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren. Die beiden müssen sich bereits in einem separaten Verfahren gemeinsam mit rund zehn weiteren Personen wegen Bilanzfälschung, Unterschlagung und Steuerhinterziehung verantworten. Dabei geht es um den Erwerb von Fernsehrechten an amerikanischen Filmen für Berlusconis Konzern Mediaset. Mehrere Anklagepunkte wurden allerdings wegen Verjährung bereits fallen gelassen.

Berlusconi hat schon mehrfach wegen Korruption vor Gericht gestanden. Bislang wurde er entweder freigesprochen, oder das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt.

(ap)
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